Nie wieder schlechter Sex

Februar 15th, 2015

Über die Flaute im Bett beschweren, das kann doch jeder. Dabei liegt es an uns selbst alles besser zu machen, viel besser! 2015 könnte Euer erotischstes Jahr werden, sofern Ihr diese neun wichtigen Vorsätze befolgt!

 

9 Vorsätze, die jede Frau für 2015 fassen sollte und die garantieren, dass der Bettsport erfüllender denn je wird!

1. Schluss mit Orgasmuslügen

Den Orgasmus vorheucheln, das hat noch nie was gebracht. Vielleicht verletzen wir so kurzfristig sein Ego nicht, langfristig führt es jedoch nur zu extremem Frust im Bett. Ab jetzt stets ehrlich bleiben!

2. Schluss mit Verzicht auf Oralsex

„Er macht das eben einfach nicht gern“ ist der Satz, den keine Frau 2015 mehr sagen sollte. Klitorale Stimulierung ist wichtig, oftmals sogar der einzige Weg zum Orgasmus. Und mit seiner Zunge funktioniert es eben am besten.

3. Weg mit den Omaschlüpfern

Es ist ganz egal, ob Euch jemand in Unterwäsche sieht oder nicht: Mit einem Omaschlüpfer darunter hat keine Frau eine sinnliche Ausstrahlung, ganz einfach, weil sie sich darin nicht sexy fühlt.

4. Tacheles reden

Keine falsche Zurückhaltung oder Verlegenheit mehr: Sagt ihm, was Euch beim Sex gefällt und was nicht. Nicht mit Gesten oder Geräuschen. Kerle wollen Klartext und werden sich dafür erkenntlich zeigen.

In der Galerie: Was die Vagina mag und was sie nicht mag:

5. Endlich den G-Punkt finden

Der G-Punkt ist kein Mythos, es gibt ihn wirklich und jede Frau kann ihn finden und dann den Partner dorthin leiten. Die Suche beginnt auf Google, dann mit den Fingern. 30 Minuten konzentrierte Forschungsreise, und wir versprechen, Ihr habt ihn!

6. Immer bereit und geschützt

Warum die Kondome ihm überlassen? Jeder Single sollte das Verhütungsmittel stets bei sich tragen, wen er ausgeht. Das macht euch nicht zur Schlampe, sondern zur emanzipierten und vernünftigen Frau!

 

7. Kein Sex aus Verpflichtung

Keine Lust auf Sex? Dann habt auch keinen! Sex nur deshalb, weil er es will oder es an der Zeit wäre, bringt nichts als ein negatives Gefühl am Ende.

8. Keine Sorge um die Zahl

Auch Frauen sollten dringen damit aufhören sich über die Zahl ihrer Sexpartner Gedanken zu machen. Ihr habt Lust auf Sex mit der neuen Bekanntschaft? Dann los, denn was bei Männern okay ist, sollte es spätestens 2015 auch bei Frauen sein.

9. Mit Gewissheit ins neue Jahr

Wer schleppt die unangenehmen Tests ständig vor sich her? Wenn der letzte ungeschützte Verkehr drei Monate oder länger her ist, dann einfach einen Termin zum Bluttest vereinbaren und sichergehen, dass alles im grünen Bereich ist. Sich entspannt fühlen garantiert besseren Sex!

 

Von:

www.joy.de/liebe/artikel/

Nacht­blindheit: Wenn Dunkelheit zum Problem wird

Januar 3rd, 2015

Wer einen schlecht beleuchteten Raum betritt, sieht zunächst wenig – das Auge gewöhnt sich aber an die Dunkelheit. Wer nacht­blind ist, wartet darauf vergebens. Das Sehvermögen bleibt bei Dämmerung oder Nacht vermindert. Häufige Ursache: Bestimmte Zellen der Netzhaut funk­tionieren nicht richtig. Die Stäbchen, also die Sinnes­zellen für hell und dunkel, arbeiten dann nur noch einge­schränkt oder gar nicht. Nacht­blindheit kann vererbbar sein, so wie bei der Augen­krankheit Retino­pathia pigmentosa – oder Folge eines Diabetes. In Entwick­lungs­ländern ist oft ein Mangel an Vitamin A die Ursache, bei uns eher selten. Wer an grauem Star leidet, sieht durch die Trübung der Linse im Dunkeln zwar verschwommen und fühlt sich von Licht geblendet – nacht­blind ist er nicht.

Tipp: Wer nachts schlecht sieht, sollte beim Augen­arzt die Ursache klären lassen. Und er sollte darauf verzichten, sich bei Dunkelheit ans Steuer zu setzen.

externer Link zum Artikel:

Der Schockraum – am Puls der Notaufnahme

Januar 2nd, 2015

Er ist das Herz jeder Notaufnahme. Diese vier Wände stellen die Schnittstelle zwischen Krankenwagen, Rettungshubschrauber und Krankenhaus dar: der Schockraum, ausgestattet mit modernsten Apparaten, kleinen Laboren, Beatmungsmaschinen, mächtigen Röntgen- und Infusionsgeräten. An diesem Ort versuchen Ärzte nach Verkehrs- und Arbeitsunfällen, nach Stürzen aus großer Höhe oder Verbrennungen das Überleben von Patienten zu retten. Selbst kleine Operationen sind in manchen Räumen möglich. Notfallversorgung, bei der jede Sekunde zählt.

Etwa 30.000 Schwerverletzte werden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie pro Jahr in die Schockräume deutscher Krankenhäuser eingeliefert. Anders als aus einschlägigen Fernsehserien bekannt, braucht man dazu nicht möglichst viel Geschrei, Chaos und Hektik. Viel mehr sind im realen „Emergency Room“ klare Strukturen, eingeübte, festgelegte Abläufe und schnelle Entscheidungen gefragt. Pfleger und Ärzte verschiedenster Fachrichtungen müssen dort im Team reibungslos zusammenarbeiten. Und Deutschland kann sich damit schmücken, dass das meist gut funktioniert.

 

Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass in den vergangenen Jahren die Sterberate schwerverletzter Unfallopfer in deutschen Kliniken um über die Hälfte gesenkt werden konnte – von rund 25 Prozent auf unter 10 Prozent. Unfallchirurgen des Uniklinikums in Essen hatten für diese Ergebnisse Informationen von rund tausend Polytrauma-Patienten ausgewertet, die von 2002 bis 2011 in der Essener Klinik im Schockraum erstversorgt worden waren. Andere Zahlen machen dazu deutlich: Die Versorgung wird auch schneller. Durch eine bessere Raumaufteilung, modernere Ausstattung und kürzere Wege ist die Zeit vom Eintreffen des Patienten im Schockraum bis zu einem Notfall-CT beispielsweise von durchschnittlich 38 Minuten im Jahr 2002 auf heute nur noch 21 Minuten gesunken.

Struktur, Organisation und Ausstattung retten also Leben, aber was genau steckt hinter den steifen Begriffen? Mit Hilfe von Uwe Schweigkofler, Leitender Arzt des Notfall- und Rettungszentrums der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt (BGU), haben wir ein kleines Einmaleins erstellt.

 

Schockraum-Leader

Teilweise behandeln im Schockraum bis zu zehn Ärzte und Pfleger gleichzeitig einen Patienten. Die Arbeit im Schockraum ist Teamarbeit. Damit dabei aber der Überblick bewahrt wird, muss es einen geben, der den Ton angibt und alles koordiniert. Das muss nicht immer derselbe sein, er muss auch nicht zwangsläufig einer bestimmten Fachrichtung angehören. Er kann Anästhesist, Chirurg oder Internist sein. Das einzige Kriterium, das der Schockraum-Leader erfüllen sollte, lautet: genügend Erfahrung in der Behandlung von lebensgefährlich Erkrankten und Schwerverletzten haben.

 

Bunte Westen

In vielen Kliniken trägt der Teamleiter als optische Hervorhebung eine bunte Weste. In einigen Schockräumen gibt es auch farbig gekennzeichnete Westen oder Röntgenschürzen für Ärzte mit anderen Funktionen. Das dient dem Überblick, denn im kritischen Fall darf es keine hierarchischen Streitigkeiten geben.

 

ABCDE-Schema

Bei diesem Schema steht A für airway, Luftwege; B steht für breathing, Atmung; C steht für circulation, Kreislauf, D für disability, neurologische Ausfälle, und E für exposure, umgebende Faktoren. Dieser Algorithmus ist eine Art Leitfaden, nach dem Ärzte bei einem Schwerverletzten prioritätenorientiert vorgehen sollen. Da die Sicherung der Atemwege eine hohe Priorität hat, stehen A und B am Anfang. Da im Schockraum Teamarbeit gefragt ist, kann sich die Anästhesie aber um A und B kümmern, während der Chirurg sich gleichzeitig mit Punkt C, dem Kreislauf, beschäftigt. Wichtig ist die gemeinsame Sprache, dass alle wissen, um was es bei A, B oder C geht. Studien zeigen, dass ein Abweichen vom Leitfaden zu mehr Komplikationen führen und sogar bis zu zwei Prozent vermeidbare Todesfälle produzieren kann. Deswegen lautet die Devise unter Ärzten: „Treat first what kills first.“

 

Das Manchester Triage System

Dies ist ein Verfahren zur Einschätzung der Behandlungsdringlichkeit von Patienten, das mittlerweile in den meisten deutschen Kliniken genutzt wird. Triage bezeichnet dabei die Methodik, den Schweregrad der Erkrankung in kurzer Zeit zu erkennen. Patienten werden nach Eintreffen in der Notaufnahme je nach Beschwerden verschiedenen Kategorien zugeordnet. Rot bedeutet: Eine sofortige Behandlung ist nötig. Kategorie Orange heißt: Sehr dringende Behandlung, ein Arzt sollte innerhalb von zehn Minuten beim Patienten sein. Kategorie Gelb: Dringende Behandlung, der Patient kann aber bis zu 30 Minuten warten. Kategorie Grün: Normal, Behandlung ist innerhalb der nächsten 90 Minuten möglich. Als Letztes gibt es noch die Kategorie Blau: Nicht dringend. Meist ordnet das EDV-System die Patienten automatisch nach den Farben. Sind zwei Patienten der Kategorie Gelb da, entscheidet die Reihenfolge des Eintreffens.

 

Sampler-Schema

Ähnlich wie das ABCDE-Schema nutzen Ärzte das Sampler-Schema, um eine rasche Notfallanamnese zu erheben und um Informationen strukturiert weiterzugeben. Besonders wichtig ist dieses Schema, wenn der Patient notfallmäßig operiert und narkotisiert werden muss. S fragt die Symptome ab, A die Allergien, M die Medikation, P steht für past medical history, die medizinische Vorgeschichte, L für last oral intake, die letzte Nahrungsaufnahme, E für events prior to incident, dem Vorfall vorangegangene Ereignisse, und R für Risikofaktoren.Der nach Leipzig ausgeflogene Ebola-Patient aus Westafrika befindet sich in einem hochgradig kritischen Zustand. Das sagte Oberarzt Thomas Grünewald vom Klinikum St. Georg, wo der Mann seit Donnerstag behandelt wird.

 

Zuerst veröffentlicht auf:

http://www.faz.net/

Prominenter Drogenforscher verteidigt fragwürdige These – Alles, was Sie über Crystal Meth wissen, ist falsch

Januar 1st, 2015

Die Partydroge Crystal Meth ist seit Jahren auf dem Vormarsch. Das Methamphetamin schwappt vor allem aus Tschechiens Giftküchen nach Deutschland herüber. Doch während viele Medien von Crystal Meth als „Horrordroge“ sprechen und vor den „Teufelskristallen“ warnen, gibt es einen, der alles in Frage stellt – Drogenforscher Carl Hart.

Hart ist Psychopharmakologe und Professor an der Columbia Universität. Nach eigenen Drogenerfahrungen in seiner Jugend wählte er statt einer Drogen- die Akademiker-Laufbahn.

Zombiedroge, die jeden Nutzer entstellt?

Hart zufolge werden die Risiken von Drogen wie Crystal Meth maßlos übertrieben dargestellt und dienen primär dazu, Angst zu verbreiten und schockierende Schlagzeilen zu generieren. Diese gibt es auch in Deutschland. Oft ist von der gefährlichsten und schlimmsten Droge der Welt die Rede, einer „Zombiedroge“, die jeden Menschen nach kurzer Zeit entstellt und süchtig macht.

Video: So graben sich Drogen ins Gesicht ein

Meth unterdrückt Grundängste

Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und -gruppen konsumieren Meth. Die synthetische Droge wirkt euphorisierend, steigert das Selbstwertgefühl, nimmt Grundängste und unterdrückt Bedürfnisse wie Hunger und Müdigkeit. Durch die leistungssteigernde Wirkung wurde die Droge in den letzten Jahren zunehmend nicht mehr nur als Partydroge, sondern auch als Aufputschmittel am Arbeitsplatz verwendet.

Video: Schock-Kampagne gegen Crystal Meth

„80 Prozent der Crystal-User nicht süchtig“

Carl Hart behauptet: „Über 80 Prozent der Crystal-Nutzer werden überhaupt nicht süchtig. Die meisten bräuchten weder Therapie noch Strafe.“

Die vielen Debatten über die Schädlichkeit von Crystal Meth empfindet er als unnötig aufgebauscht von denjenigen, die davon profitieren: Polizei und Suchtkliniken. Für seine Studien lädt Carl Hart Süchtige ins Labor ein und verabreicht ihnen Drogen, um deren Wirkung auf das Suchtverhalten zu untersuchen.

Kritik an den Aussagen von Carl Hart

Sowohl Harts Aussagen, als auch seine Methoden bezeichnen viele Suchtforscher als gefährlich. „Angesichts der Problematik von Crystal Meth in Deutschland sind Harts Thesen eine gefährliche Relativierung und so nicht angemessen,“ erklärt Ingo Schäfer vom Interdisziplinären Suchtforschungszentrum (ZIS) in Hamburg.

Bei regelmäßiger Einnahme führe die Droge beim Großteil der Nutzer zur Abhängigkeit. „Besonders das Risiko der psychischen Abhängigkeit ist hoch. Außerdem kann die Substanz auch zu schweren Symptomen wie Depressionen und Psychosen führen“, weiß Schäfer.

 

Original-Artikel:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber

Antibiotika: Oft sinn­los verordnet

Dezember 26th, 2014

In Deutsch­land werden nach wie vor zu oft Antibiotika verschrieben, vor allem in der Erkältungs­zeit. Das zeigt eine Analyse von Arznei­mittel- und Diagnose­daten der Kranken­versicherung DAK. Laut der Krankenkasse war 2013 rund jede dritte Verordnung bei den Versicherten „fragwürdig“.

Bei Erkältung meist nutzlos

Gerade in den kalten Monaten, bei Erkältung, Husten und Bronchitis werden häufig unnötige Antibiotika verschrieben – denn dabei handelt es sich um Infektionen, die in den meisten Fällen durch Viren verursacht werden und nicht durch Bakterien. Antibiotika sind dann nutzlos. Das wüssten viele Patienten aber gar nicht, so die Ergeb­nisse der DAK. Für ihren Report analysierte die Krankenkasse anonymisierte Arznei­mittel- und Diagnose­daten und befragte 3 100 Deutsche zu ihren Erfahrungen mit Antibiotika. Demnach erwarten drei Viertel der Befragten sogar eine Antibiotika-Verschreibung von ihrem Arzt, wenn sich Erkältungs­beschwerden nicht von selbst bessern.

Bakterien werden zunehmend resistent

Dabei können die aggressiven Medikamente mit ihren oft zahlreichen Neben­wirkungen den Körper noch zusätzlich belasten, ohne dabei die Krank­heits­ursache zu bekämpfen. Die Folgen häufiger Antibiotika­einnahme sind für die gesamte Bevölkerung schwerwiegend: Bakterien werden zunehmend resistent. Bisher gut heil­bare Erkrankungen könnten künftig wieder riskant werden, wenn die gängigen Antibiotika nicht mehr anschlagen. In Krankenhäusern sind antibiotikaresistente Keime schon heute ein großes Problem.

Ärzte gehen an die Reserven

Eine weitere beunruhigende Entwick­lung ist dem Report zufolge, dass ältere Versicherte oft sogenannte Reserveantibiotika bekommen. Diese sollen eigentlich nur im Notfall einge­setzt werden. Fazit der DAK: Ärzte müssen beim Verschreiben kritischer sein und ihre Patienten besser aufklären.

 

Erstmals erschienen auf:

https://www.test.de/Antibiotika-Oft-sinnlos-verordnet-4789876-0

Früherkennung: Erhöhte Leberwerte ernst nehmen

Dezember 14th, 2014

Früherkennung: Erhöhte Leberwerte ernst nehmen In Deutschland sind viele Menschen unerkannt leberkrank. «Es kann jeden treffen – – und jeder kann bereits betroffen sein», sagte Professor Dr. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberhilfe, bei einer Veranstaltung kurz vor dem 15. Deutschen Lebertag am 20. November. Niederau hob die Bedeutung der Prävention und Früherkennung von Lebererkrankungen wie Virushepatitiden, Fettleber und Autoimmunerkrankungen hervor. Allein 300.000 Menschen seien in Deutschland an einer Hepatitis C erkrankt. Die Dunkelziffer sei hoch. Eine unbehandelte HCV-Infektion kann zur Leberzirrhose und zum Leberzellkrebs als dritthäufigste Todesursache führen.
 
«Die heute zur Verfügung stehenden Medikamente ermöglichen eine Heilung der Hepatitis-C-Virusinfektion in über 90 Prozent der Fälle», unterstrich Professor Dr. Michael Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Umso fataler, so die Referenten, sei es, dass dennoch selbst Menschen mit erhöhten Risikofaktoren (Immigration aus Endemiegebieten, Tattoo, Piercing, Drogen, Infektionen in der Familie) heute zumeist zu spät zum Arzt gehen. Umso misslicher sei es zudem, dass selbst im Rahmen von Routineuntersuchungen bereits identifizierte leicht erhöhte Leberwerte oftmals als Lappalie abgetan und nicht zum Anlass genommen werden, weitere Tests auf Hepatitis-Virusinfektionen durchzuführen.
 
Als weit verbreitete Leber-Erkrankung, die ebenfalls mit schweren Folgen wie Leberzirrhose und Leberkrebs einhergehen kann, hoben die Experten die Fettleber hervor, von der in Deutschland mehr als 10 Millionen Menschen betroffen sind. Eine der häufigsten Ursachen der Fettleber ist Übergewicht, unter dem mehr als die Hälfte aller Männer und Frauen leiden. Die Tendenz ist steigend. «Bereits heute sind circa 8 Prozent der Kinder fettsüchtig. Diese Kinder haben ein hohes Risiko, dicke Erwachsene zu werden», betonte Niederau. Der Weg zur Fettleber mit Spätkomplikationen wie Leberzirrhose und Leberkrebs sei quasi vorgezeichnet. «Hier rollt eine Riesenwelle auf uns zu.»
 
In der Vorbeugung und Therapie der Fettleber sei die Änderung des Lebensstils und der Ernährung wichtiger als Medikamente. Entscheidend sei jedoch auch hier die frühe Diagnose. Wer um seine Fettleber weiß, kann etwas dagegen tun, sprich: Abnehmen, Sport treiben, Alkohol meiden und gesund leben. Auch hier seien insbesondere die Hausärzte gefragt, erhöhte Leberwerte ernst zu nehmen und gemeinsam mit Fachärzten die richtige Therapie einzuleiten. (cb)

zum Artikel:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de

Syrien: Menschenwürdige Krankenversorgung in einem menschenverachtenden Krieg (FOTO)

Dezember 2nd, 2014

Köln (ots) – Die Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland setzt sich in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Syrischen Verein zur Förderung der Freiheiten und Menschenrechte (DSV) e.V. auch im vierten Jahr des fürchterlichen Krieges in Syrien für die Krankenversorgung von zivilen Opfern und chronisch erkrankten Menschen ein.

Die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung in verschiedenen Krankenhäusern mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes wurde bereits April 2013 begonnen.

Die medizinische Grundversorgung in Syrien ist seit Langem zusammengebrochen. Es fehlen sowohl medizinische Materialien und Medikamente für die Krankenhäuser als auch ausreichend Personal. Nach Angaben der WHO können 73 Prozent der Krankenhäuser und 27 Prozent der Gesundheitsstationen keine Leistungen mehr erbringen. Viele Menschen sterben nicht nur an den Folgen von Kriegsverletzungen, sondern auch an Krankheiten, die unter anderen Umständen nicht lebensbedrohlich wären. Laut einer Untersuchung sind seit Ausbruch des Krieges über 200.000 Menschen durch unzulängliche Gesundheitsversorgung an chronischen Krankheiten gestorben.

„Es ist unsere Pflicht für eine menschenwürdige Gesundheitsversorgung für die Zivilbevölkerung in Syrien in diesem fürchterlichen Bürgerkrieg zu sorgen“, sagt Tarek Abdelalem, Geschäftsführer von Islamic Relief Deutschland, zum gemeinsamen Einsatz mit der DSV. „Als Deutsch-Syrer ist es für uns erschreckend und schmerzlich, was in Syrien passiert. Deshalb sind wir weiterhin sehr bemüht, unser gemeinsames humanitäres Engagement zu erhöhen“, so Safouh Labanieh, Geschäftsführer des Deutsch-Syrischen Vereins zur Förderung der Freiheiten und Menschenrechte.

Im ersten Jahr konnten Islamic Relief Deutschland und DSV durch die Ausstattung von Intensivstationen mit Medikamenten und Utensilien Kranke und Schwerverletzte erfolgreich versorgen. Dabei wurden vor allem chronisch kranke Menschen wie Dialysepatienten versorgt und die Grundversorgung von Krankenhäusern und Gesundheitsstationen gesichert.

Derzeit werden 44 Krankenhäuser und Gesundheitszentren mit medizinischen Materialien ausgestattet, wodurch 45.000 Patienten kostenlos behandelt werden können. Außerdem werden zehn Dialysezentren mit entsprechenden Materialien beliefert. Um eine entsprechend qualitative Versorgung gewährleisten zu können, werden monatlich 150 Personen aus dem medizinischen Bereich aus- und weitergebildet. Die Hilfsgüter werden hauptsächlich in der Türkei gemäß den vom Auswärtigen Amt vorgeschriebenen Richtlinien beschafft. Die Materialien werden durch überprüfte Helfer an die Krankenhäuser überbracht.

Im ersten Jahr umfasst die Hilfe 1,2 Millionen Euro. Für die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung ist bis Februar 2015 eine Hilfe von mehr als drei Millionen Euro vorgesehen.

 Islamic Relief Deutschland ruft weiterhin zu Spenden zur Unterstützung von syrischen Kriegsopfern auf: 
 Stichwort "Nothilfe-Syrien" Spendenkonto: 12 20 20 99, Sparkasse KölnBonn, BLZ 370 50198 IBAN: DE 94 370501980012202099, BIC: COLS DE 33 Spendenhotline: 0221 200 499-0 Online: www.islamicrelief.de SMS: Syrienhilfe (für jede SMS fallen 17 Cent Mobilfunkgebühren an) 

Kurzprofil Islamic Relief Deutschland e.V.

Islamic Relief Deutschland, 1996 in Köln gegründet, ist eine international tätige Hilfsorganisation. Dank des weltweiten Netzwerkes von Partner- und Projektbüros in mehr als 40 Ländern erreich sie mit Nothilfe- und Entwicklungsprojekten bedürftige Menschen in Afrika, Asien, Nahost und Osteuropa. Die Gründungsgeschichte von Islamic Relief geht zurück auf das Jahr 1984 und begann mit der Hungersnot am Horn von Afrika. Ihre Arbeit ist transparent, ganzheitlich und nachhaltig. Den islamischen Werten folgend verpflichtet sie sich dazu, Armut und Leid der Ärmsten zu lindern – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion und Kultur. Islamic Relief Deutschland arbeitet eng mit anderen Hilfsorganisationen zusammen, unter anderem als Mitglied im Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Horst Köhler, Bundespräsident a.D., und als Mitglied von „Gemeinsam für Afrika“ unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck. Weiteres unter www.islamicrelief.de

Für Rückfragen und weitere Informationen können Sie sich jederzeit an die Pressestelle von Islamic Relief Deutschland wenden.

 

Website:

http://www.presseportal.de/pm/50131/2880599/syrien-menschenwuerdige-krankenversorgung-in-einem-menschenverachtenden-krieg-foto/

Selber kochen!

November 30th, 2014
Geht Ihnen der Hype, der mittlerweile um das Thema Essen gemacht wird, auch so auf die Nerven?

Essen müssen wir alle, das ist doch etwas sehr Existenzielles. Insofern könnte man das, was Sie als Hype bezeichnen, auch einfach Notwendigkeit nennen. Jahrzehntelang haben wir die Industrialisierung unserer Lebensmittel- produktion stillschweigend geduldet. Jetzt weiß niemand mehr, wo das Essen herkommt, und wie es zubereitet wird. Und auf einmal ist Essen wieder zu einer Sensation geworden.

Die Leute kochen nicht mehr und deswegen schauen sie anderen im Fernsehen dabei zu, heißt es.

Da ist sicher was dran. Wären sie damit vertraut, wie ein Wiener Schnitzel gemacht wird, würden sie nur sagen: Aha, danke, das weiß ich selbst. Andererseits glaube ich, dass Kochsendungen nicht geguckt werden, weil die Zuschauer wirklich wissen möchten, wie man Boeuf Bourguignon macht. Sie sind einfach ein willkommener Anlass, eine weitere Stunde vorm Fernseher abzuhängen. Und die Familie wird mit Tiefkühlkost abgefüttert.

Ist es wirklich so schlimm?

Noch viel schlimmer! Es gibt in diesem Land sehr viele Menschen, die keine Vorstellung davon haben, wie man Pellkartoffeln kocht. Ich war mit Kindern beim Einkaufen. Als ich ihnen einen Sellerie in die Hand drückte, hieß es nur: Was ist das? Wenn ich Kochkurse in Schulen gebe, können Vierzehnjährige Äpfel nicht von Birnen unterscheiden. Nur was eine Karotte ist, das wissen alle. Die ist nämlich schon auf dem Babygläschen abgebildet.

In den 50er-Jahren gab ein Haushalt noch knapp ein Drittel des verfügbaren Geldes für Essen aus, heute sind es etwas mehr als zehn Prozent. Trotzdem hat man das Gefühl, wenn es eng wird, sparen die Leute als Erstes am Essen.

Selbst zu kochen ist in jedem Fall günstiger als ein Fertigprodukt. Was ja auf der Hand liegt: Auch wenn man die Rohzutaten teurer einkauft als die Industrie, spart man sich den Verarbeitungsprozess, den Transport, die Maschinen, die Verpackung. Voraussetzung ist, dass man versucht, saisonal und regional zu kochen und vom Tier nicht immer nur das Filet verwendet.

Kochen mag günstiger sein. In jungen Familien geht es auch um Zeit. Kochen bedeutet Aufwand.

Kochen ist aber auch befriedigend. Ich kann mich austoben! Ich erschaffe ein Werk! Ich nähre die, die ich liebe und mich selbst. Das ist ein triumphales Gefühl.

Ernährungs-physiologisch ist es aber egal, ob ich kalt oder warm esse.

Aber da fängt es ja schon an. Die Leute kaufen das billigste Weißbrot, die grausligste Salami, irgendeine Margarine – und das war’s dann!

Dem viel gescholtenen Lidl-Prekariat steht zunehmend eine Mittelschicht gegenüber, für die Essen zum Statussymbol geworden ist. Warum diese Extreme?

Wenn sich jeder Lachs leisten kann, sucht die Elite andere Wege, um sich abzugrenzen. Da entdeckt man eben eine alte Tomatensorte, die einen über die Masse erhebt. Sie haben schon recht: Für manche ist Essen zu einer Ersatzreligion geworden. Wir können scheinbar nicht mehr einfach essen, was uns schmeckt, und aufhören, wenn wir satt sind. Wir brauchen ja sogar einen Ratgeber, der uns sagt, was wir wann in welcher Menge essen sollen.

Woher kommt diese Verunsicherung?

Kochen war immer ein Wissen, das selbstverständlich von Müttern an ihre Töchter weitergegeben wurde. Dieser Faden ist aber nicht erst bei unseren Müttern abgerissen, die irgendwie nicht mehr kochen, sondern lieber ihr eigenes Geld verdienen wollten. Es hat schon eine Generation früher angefangen, bei unseren Großmüttern, die eine nach der anderen aufgehört haben, ihre eigene Brühe zu kochen.

Man kann ja nicht im Ernst verlangen, dass sich die ganze westliche Welt wieder so ernährt wie 1890. Gibt es denn keine gesunde Mitte?

Doch. Aber dafür muss ich beurteilen können, was ich vorgesetzt bekomme. Deswegen bin ich der Meinung, dass jedes Kind Kochen lernen sollte. Wenn ich die einfachsten Prozesse nie mitbekommen habe, werde ich immer fremdbestimmt sein in dem existenziellsten Bereich meines Seins. Wenn man ein Grundwissen in diesen Dingen hat, kann man natürlich auf verarbeitete Lebensmittel zurückgreifen. Für was ich allerdings einen Pfannkuchenteig aus der Tube brauche, werde ich nie begreifen.

Ihre Mutter war eine alleinerziehende Künstlerin, die Sie als Kind nicht jeden Tag mit selber gemachten Mehlspeisen verwöhnt hat. Ganz so tragisch kann es also nicht sein, wenn man als Kind nicht unter Feinschmeckern aufwächst.

Die Welt der Nahrungsmittel war damals noch eine andere. Wenn sich ein Kind heute ausschließlich von Fertigprodukten ernährt, wird es auf Geschmäcker geeicht, die mit Natürlichkeit nichts zu tun haben. Ich habe diesen Test mit Schülern oft gemacht: Joghurt mit frisch zerdrückten Erdbeeren und ein bisschen Zucker oder Honig – und ein Erdbeerjoghurt aus dem Supermarkt. Dann sagen 99 Prozent der Kinder zu dem richtigen Erdbeerjoghurt: Igitt, man schmeckt ja gar nichts! Und zu der picksüßen, künstlichen Variante: Das ist der echte!

Ich kannte Eineinhalbjährige, die mit Vergnügen das Fett aus einem Stück Spanferkel lutschten. Zwei Jahre später essen sie nur noch Fleisch, das keinerlei Unregelmäßigkeiten aufweist. Und Brot ohne Rinde. Vielleicht kann man Kinder von der seltsamen, neuen Welt des Essens genauso wenig fernhalten wie von Computerspielen und anderem Teufelszeug.

Wenn die Eltern Kalbszunge eklig finden, werden die Kinder Kalbszunge auch eklig finden. Einerseits. Andererseits ist Essen das Machtmittel schlechthin. Nicht nur von Eltern, sondern auch von Kindern. Die entwickeln schnell ein Gefühl dafür, dass ihren Eltern das Thema wichtig ist. Wenn es ums Essen geht, wird gestritten, geschrien, gekämpft. Oft ist das ein Stellvertreterkampf für etwas anderes. Viele Eltern machen aber auch den Fehler, dem Essverhalten von Kleinkindern eine zu große Bedeutung beizumessen. Mein Gott, der arme Junge isst nun mal kein Brot mit Rinde? Ganz egal – wieso muss das Kind extra ernährt werden?

Es sind diese Streitereien, an denen auch in Familien, die versuchen, mit dem Essen alles richtig zu machen, die alltäglichen Mahlzeiten scheitern. Da sitzt man endlich beisammen, dann will das Kind aber kein Gemüse, sondern einen Pudding.

Aber den Pudding gibt es nicht. Wir kaufen keine Cola, die dann in Reichweite steht, und auch keinen Pudding. Dann wird das Kind auch nicht nach dem Pudding schreien. Das ist das Geheimnis. Dann muss man sich auch nicht erpressen lassen. Wenn ich ein vierjähriges Kind frage, was es essen möchte, wird es sich jeden Tag Fischstäbchen wünschen oder Spaghetti mit Tomatensauce.

Wie verhalte ich mich?

Wieso sollte ich ein vierjähriges Kind fragen, was es essen will? Absurd! Was auf den Tisch kommt, wird gegessen. Sonst wird man verrückt. Ich kenne Familien, in denen die Mutter sagt: Mein Sohn isst nur eine bestimmte Salami und die gibt es nur in einem speziellen Fleischerladen und deswegen fahre ich zweimal in der Woche eineinhalb Stunden durch die Stadt – hallo? Die Tochter einer Freundin hat irgendwann nur noch gegessen, wenn die Mutter gesungen hat.

Oft sind sich ja schon die Eltern nicht einig. Die Frau mag Putenbrust, der Mann ein Steak, und dann fängt das Hin und Her an.

Wenn es schmeckt, dann schmeckt es. Ob das jetzt Putenbrust oder Steak ist – oder Grünkernbuletten, wenn die richtig gut gemacht sind. Aber in der Regel ist es doch so, dass der Durchschnittskoch seine acht bis zehn Gerichte hat, die sich permanent wiederholen.

Interessieren sich Jungs eigentlich genauso für ihre Kinderkochkurse? Oder ist Kochen am Ende immer noch Mädchensache?

Nee, die Jungs interessieren sich genauso. Ein paar Väter haben ja mitgekriegt, dass Kochen irre Spaß machen kann. Vor allem am Wochenende, wenn sie Zeit und Lust haben, auf den Biomarkt zu gehen und dann im großen Stil für Gäste aufkochen können. Aber wenn du nach acht oder zehn Stunden Arbeit nach Hause kommst, einkaufen musst, dann kochen und später auch noch abwaschen, sieht die Sache mit den Herren am Herd schon wieder anders aus.

A propos einkaufen. Sie besuchen mit Ihren Kochkindern nicht nur Supermärkte, sondern auch Bauernhöfe. Sollte man nicht auch einmal gemeinsam zum Schlachthof gehen?

Im Rahmen eines kulinarischen Kindercamps hatten die Kinder tatsächlich einmal die Möglichkeit, zum Kaninchenschlachter zu gehen. Einige waren ganz wild darauf zu sehen, was passiert. Am nächsten Tag haben wir Kaninchen gekocht. Bis auf zwei Mädchen haben  alle mitgegessen, und ich glaube, eine war eh Vegetarierin.

Die einzigen, die ein Problem damit hatten, waren die Boulevardmedien.

Die haben mich nach meiner Kaninchensendung zerrissen. Muss das sein? Muss man den Kindern denn sagen, woher das Fleisch kommt?

Und: Muss man?

Ich halte das für extrem wichtig, um überhaupt Respekt vor den Lebensmitteln herzustellen und auch um zu wissen, was es denn heißt, wenn tausende von Tieren am Fließband getötet werden – so ist das, wir wollen eben billiges Fleisch. Damit da keine Missverständnisse aufkommen: Ich glaube, dass wir alle viel zu viel Fleisch essen. Und dass wir unsere Nutztiere wie in einem Folterknast behandeln. Widerlich. Grauslig. So ein Fleisch möchte ich überhaupt nicht essen. Ich möchte auch nicht, dass Tiere so leben müssen. Und ich glaube auch, dass das Produkt Fleisch zu billig ist. Trotzdem stört mich ein Veganer, der Porsche fährt, mehr als ein fahrradfahrender Fleischfresser.

Sind Kinder in Ihren Restaurants gern gesehen Gäste?

Selbstverständlich. Wenn die Eltern sie halbwegs unter Kontrolle haben. Ich erlebe immer wieder, dass ein fettverschmiertes Schokoladenkind auf mich und mein weißes Kleid zustürzt. Und die Mutter sagt nur: Die tut nichts! Als wäre das eine Bulldogge. Ich finde es auch ungehörig, wenn man Kindern Gläser in die Hand gibt, und die gehen dann klopfend von einem Tisch zum anderen. Das klingt echt stockkonservativ, aber als Gast würde ich mir schon wünschen, nicht belästigt zu werden. Ich bin selbst zwar sehr schlecht erzogen, aber grundsätzlichste Manieren habe ich trotzdem mitgekriegt – zum Beispiel, dass ich niemanden anrülpse und nicht mit offenem Mund kaue.

Muss ein kleines Kind ein Mehrgängemenü durchstehen können, mit Hummerbesteck und mehreren Vorspeisen?

Ich wüsste nicht, warum. Wenn ich gut essen gehen will, dann kann ich die Kleinen doch auch mal zu Hause lassen. Wenn ich jetzt an der bretonischen Küste bin und da gibt es Miesmuscheln, na klar, dann isst das Kind die Muscheln mit. Aber ein mehrgängiges Menü? Das ist ja vielen Erwachsenen schon zu anstrengend.

Frau Wiener, wird bei Ihnen zu Hause gemeinsam gegessen?

Für meinen Mann koche ich gerne. Ich bin ein eitler Mensch. Ich brauche das Feedback: Schatz, das war aber lecker! Als mein Sohn noch bei mir lebte, muss ich ihm mit meiner Kocherei aber ganz schön auf den Geist gegangen sein. Eine Zeit lang hat der dann nur den letzten Mist gegessen.

Fertigpizza!

Nie in meinem Leben habe ich eine Fertigpizza gekauft!

 

Originalbeitrag lesen:

www.nido.de/artikel

Wie viel Willenskraft ist gut?

November 27th, 2014

Dieser Text beginnt aus gutem Grund mit einem Poesiealbum-Spruch. Also kurz mal visualisieren – weiße viereckige Albumseite, krakelige Filzstiftschrift, ein paar ebenso krakelige Sterne drum herum: „Das kleine Wort ‚Ich will‘ ist mächtig, spricht’s einer leis und still; die Sterne reißt’s vom Himmel, das kleine Wort ‚Ich will‘.“

Dieser Spruch sprach mir als Kind aus tiefster Seele. Denn ich wollte immer. Und ich wusste immer sehr genau, WAS ich wollte. Kam meine Freundin, hatte ich eine sehr klare Vorstellung, ob wir „Barbie kommt von der Arbeit nach Hause“ oder „Es ist Samstagmorgen und Ken geht zum Bäcker“ spielten. Und ob sie Barbie war oder Ken. Hatte sie keine Lust, setzte ich alles daran, sie umzustimmen. Ich duldete wenig Widerspruch. Dass sie trotzdem eine willige Spielgefährtin war, kam sicher nicht von ungefähr. Sie sagte mir viel später einmal, als wir schon längst erwachsen waren: „Du hast immer bestimmt. Aber ich fand es auch ganz bequem.“

Ich war kein lautes Kind, das polternd alles an sich riss, aber ich war mit einem gnadenlosen stillen Willen ausgestattet, dem es wenig entgegenzusetzen gab. Kam mir etwas überflüssig vor, wollte ich es allerdings mit gleicher Vehemenz nicht. Selten aber war mir irgendetwas egal. Ein Wesenszug, der in meiner Kindheit natürlich nicht immer nur Segen war, denn wenn die Umstände nicht meiner Vorstellung entsprachen, war ich unglücklich. Und natürlich ist die Grenze zwischen einem Kind mit starkem Willen und einem Egoisten fließend.

Menschen mit einem starken Willen sind freier

Erst im Laufe des Lebens hat sich herauskristallisiert, dass diese Eigenschaft, die ich damals nicht bewusst zur Kenntnis nahm, eine heiß begehrte Ressource ist. Denn Willenskraft ist auch ein Synonym für Beharrlichkeit, Entschlossenheit, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen. Menschen, die diese Eigenschaften besitzen, sind laut neuesten Forschungen am glücklichsten und erfolgreichsten. Durchhaltevermögen schlägt sogar Intelligenz und Talent.

Es gibt dieses legendäre Experiment aus den 60er Jahren, in dem der Psychologe Walter Mischel an der Stanford University vierjährigen Kindern ein Stück Mäusespeck hinlegte. Würden sie warten, bekämen sie ein zweites Stück. Die meisten aßen den Speck sofort auf, nur die wenigsten hielten durch. Mischel begleitete die Versuchspersonen über Jahre hinweg bis zum Erwachsenwerden und stellte fest: Wer schon als Kind über Selbstdisziplin verfügt hatte, verdiente später mehr Geld, lebte gesünder und in einer stabileren Partnerschaft als die impulsgesteuerten Sofortesser.

Warum ist das so? Da sind sich die Experten, allen voran der amerikanische Sozialpsychologe und gefeierte Autor Roy Baumeister („Die Macht der Disziplin – wie wir unseren Willen trainieren können“), ziemlich einig: Menschen mit einem starken Willen sind freier. Wer die Selbstdisziplin aufbringt, auf den zweiten Mäusespeck zu warten, schafft sich Handlungsalternativen. Wer sich dagegen ungezügelt seinen Wünschen und Gelüsten hingibt, hat keine Kontrolle über sein Leben. Auch wenn es wie ein Paradoxon klingt – frei sein bedeutet, sich selbst zu beschränken.

Aber woher hat man diese Eigenschaft? Ist sie angeboren oder wird man durch die Eltern geprägt? Es gibt erstaunlich wenig psychologische Forschung über die Entwicklung von Willenskraft. Aber Studien aus dem Bereich der Kriminalität, für die Selbstkontrolle große Relevanz hat, zeigen zum Beispiel beträchtliche genetische Einflüsse darauf, ob wir generell impulsiv oder selbstkontrolliert sind. Diese Veranlagung paart sich dann mit dem, was uns unsere Eltern vorleben. Wenn sie uns zum Beispiel zeigen, dass man diszipliniert dranbleiben muss, wenn man etwas erreichen will, werden wir das als Kinder unbewusst übernehmen. Die Kinder dagegen, deren Eltern ihnen signalisieren: „Wenn du nicht mehr kannst, musst du nicht weitermachen“, werden eher aufgeben. Die so genannte Selbstmotivierungskompetenz wird gestärkt, wenn wir als Kind auch mal schwierige oder unangenehme Aufgaben allein lösen müssen. Das setzt jedoch voraus, dass wir uns im Großen und Ganzen von unseren Eltern verstanden fühlen.

Ich habe zum Beispiel mit zehn Jahren mit dem Reiten angefangen, weil ich es unbedingt wollte. Und ich erinnere mich, dass es mich am Anfang sehr angestrengt hat und ich vor jeder Reitstunde rasend aufgeregt war, weil mein Talent sich in Grenzen hielt. Aber Reiten zu lernen war mein großer Wunsch, und für mich war es keine Frage, ob ich dranbleiben würde. Meine Mutter, die mich zunächst zu den Reitstunden fuhr, hätte nie eine Ausrede gelten lassen, außer vielleicht hohes Fieber. Diese Haltung habe ich inhaliert. Und nie wieder abgelegt. Das Fazit? Ich reite heute immer noch, und zwar gar nicht so schlecht. Was wiederum die Theorie stützt, dass Durchhaltevermögen und Disziplin für den Erfolg einer Sache wichtiger sind als Talent…

Es gibt nur die Möglichkeit, weiterzumachen

Meine Fähigkeit dranzubleiben half mir im Studium und beim Berufseinstieg. Ich ertrug Demütigungen, Durststrecken und Zweifel. Ich war bei Weitem kein überdurchschnittlich schneller Durchstarter. Ich ließ mir viel Zeit, aber ich hatte ein Ziel und verlor es nicht aus den Augen. Es passierte nicht krampfhaft – ich kannte es nicht anders. Es erschien mir als der einzig mögliche Weg, ein gutes Leben zu führen. Das ist vielleicht das Geheimnis willensstarker Menschen: Es gibt in ihrem Kosmos keine andere Möglichkeit, als weiterzumachen.

Und genau das ist eben der Nachteil: Willenskraft kann sehr anstrengend und auch schmerzhaft sein. Sie nagt und brennt erbarmungslos. Oft wäre es schöner, die Dinge auch mal lockerer zu sehen. Andere machen und sich treiben zu lassen. Sich um nichts zu kümmern – nicht um die Pfunde am Bauch, nicht um den Karriereschritt. Wer einen starken Willen hat, ist in der Regel ein Optimierer. Und zwar in jedem Lebensbereich. Nicht umsonst sind die Menschen mit Burnout in der Regel diejenigen, die eine sehr große Selbstkontrolle haben. Und Beharrlichkeit und Disziplin stoßen bei anderen oft negativ auf.

Ja, man kann auch ein Zuviel an Willenskraft haben.

Die hohe Kunst ist es, sie virtuos spielen zu lernen, wie ein Instrument. Sozialpsychologe Dr. Malte Friese von der Universität des Saarlandes beschreibt das so: „Ich betrachte Selbstkontrolle als ein Geschenk, das es erleichtert, langfristige Ziele zu verwirklichen. Man kann dieses Geschenk einsetzen, aber man muss es nicht bei jeder Gelegenheit tun, die dafür geeignet wäre.“ Auch mal bewusst unkontrolliert sein kann nämlich sehr schön sein: „Ich konnte nicht anders, ich musste mich betrinken und die Nacht durchfeiern.“ Das ist der Gebrauch von Willenskraft für Fortgeschrittene.

Walter Mischel, der Mann mit dem legendären Experiment, hat es so formuliert: „Zum Leben gehört nicht nur Selbstkontrolle, sondern auch das Wissen, wann es Zeit ist, der Versuchung nachzugeben. Ein Zuviel an Selbstkontrolle ist ungelebtes Leben.“ Und ich würde sagen: Der Mann hat recht.

  • Kleine Anleitung für Willenskraft-Willige

    Immer mal wieder in kleinen, überschaubaren Portionen die Selbstkontrolle überprüfen, zum Beispiel: Ich werde heute Süßigkeiten widerstehen. Wer seine Selbstkontrolle regelmäßig trainiert, wird tatsächlich besser.

  • Prioritäten setzen: sich nicht zu viel auf einmal vornehmen, sondern realistische Ziele anpeilen. Wenn man an zu vielen Fronten gleichzeitig kämpft, schwächt das die Willenskraft.

  • Konkret planen: nicht „Ich will jetzt endlich regelmäßig joggen“, sondern „Ich laufe diese Woche dreimal 20 Minuten“. Und dann steigern.

  • Keine Aufgabe aufschieben, die man in weniger als zwei Minuten erledigen kann.

  • Ausreichend schlafen: Zu wenig Schlaf ist der „Feind der Willenskraft“. Müde und überlastete Menschen können nicht diszipliniert sein.

Quelle:

www.brigitte.de/liebe/persoenlichkeit/willenskraft-1197351

COPD: In zwanzig Jahren typisches Frauenleiden

November 17th, 2014

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), die zum größten Teil mit dem „Raucherhusten“ beginnt und mit Lungenblähung und -versagen schließlich tödlich enden kann, ist ein erhebliches gesundheitliches Problem. Dieses wird zunehmend zu einer „Frauensache“ und die Zahl der Therapieplätze sei viel zu gering, wie steirische Mediziner warnen.

Schleichende Entwicklung

Studien zeigen, dass die Zahl der an COPD erkrankten Personen konsequent zunehme – auch in Österreich, so Gert Wurzinger, Primarius an der Abteilung für Lungenkrankheiten am LKH Hörgas-Enzenbach im Vorfeld des Welt-COPD-Tages am 19. November. Mehr als 500.000 Menschen in Österreich und alleine rund 75.000 in der Steiermark würden an einer behandlungsbedürftigen Form der Erkrankung leiden. 9.000 müssten in der Steiermark jährlich stationär behandelt werden

Verursacher seien hauptsächlich Gifte in der eingeatmeten Luft, vor allem durch aktives und passives Rauchen. Was für den Betroffenen als landläufige „Raucherbronchitis“ beginnt, wird oft gar nicht als Krankheitsbild erkannt und entwickelt sich über Jahre schleichend in eine chronisch fortschreitende Abnahme der Lungenfunktion. Diese kann schließlich ins Emphysem (Lungenblähung) und sogar in ein Lungenversagen münden.

Insgesamt zeige sich bei den Erkrankungsfällen ein deutlich stärkerer Anstieg bei den Frauen als bei den Männern: „Vor 20 Jahren war die COPD eine typische Männerkrankheit. Jetzt haben die Frauen die Männer schon überholt und in 20 Jahren wird die COPD eine typische Frauenkrankheit sein“, sagte Wurzinger. Er führt die Verschiebung auf die vor 20 Jahren begonnene Zunahme des Zigarettenkonsums bei Frauen zurück: „Die Erkrankung folgt mit einem zeitlichen Abstand von 20 bis 40 Jahren“, so der Lungenexperte.

Vernachlässigte Früherkennung

Der steirische Primar kritisierte in diesem Zusammenhang, dass in Österreich die Früherkennung von Lungenkrankheiten im Allgemeinen und COPD im Speziellen vernachlässigt werde: „Schon Kinder beginnen zu rauchen. Wenn sie dann mit 40 oder 50 Jahren aufgrund von Atemnot den Arzt aufsuchen, muss festgestellt werden, dass schon 40 oder 50 Prozent der Lungenleistung unwiderruflich verloren sind“, so Wurzinger.

„Ein beträchtlicher Teil der stationären Aufnahmen und damit der Kosten könnten eingespart werden, wenn die Krankheit schon im Frühstadium entdeckt und behandelt werden könnte“, betonten auch die beiden Vorstände der steirisches Landesspitäler, Karlheinz Tscheliessnigg und Ernst Fartek.

Wurzinger kritisierte auch die mangelnde Möglichkeit der Rehabilitation für an den Lungen geschädigte Patienten in Österreich: „Nicht einmal zehn Prozent der benötigten Therapieplätze sind vorhanden“. Und während es in Deutschland nach der stationären Rehabilitation eine Weiterführung im patientennahen Bereich in Form von 800 „Lungensportgruppen“ gebe, existiere in Österreich „nicht einmal eine einzige“. (APA, derStandard.at, 14.11.2014)

 

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