Untersuchung – Wirkstoff im Visier: Nach drei Toten durch alternative Krebs-Therapie

September 26th, 2016

Der Stoff „3-Bromopyruvat“, mit dem Patienten in einem deutschen Krebs-Therapiezentrum behandelt wurden, könnte möglicherweise verunreinigt oder falsch dosiert gewesen sein

Nach dem Tod von drei Patienten eines alternativen Krebs-Therapiezentrums in Deutschland konzentrieren sich die Ermittler auf den Behandlungs-Wirkstoff „3-Bromopyruvat“. „Es gibt die Arbeitsthese, dass mit dem Wirkstoff etwas nicht in Ordnung war“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Stahl in Mönchengladbach.

Möglicherweise sei der Stoff verunreinigt oder die Dosierung nicht richtig gewesen, sagte Stahl. Der Heilpraktiker habe den Wirkstoff aber für die Therapie verwenden dürfen.

Insgesamt seien 69 Patienten der Praxis gestorben. Die Ermittler prüften, ob es einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und einer Behandlung mit dem Präparat gegeben habe. Dazu befrage man mit Hilfe der niederländischen Polizei Angehörige. Einem Großteil der Patienten konnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus schulmedizinischer Sicht nicht mehr geholfen werden.

Nach einer Behandlung in dem alternativen Krebszentrum am Niederrhein im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen waren Ende Juli drei von fünf Patienten gestorben. Die Patienten stammten aus den Niederlanden und aus Belgien. (APA, red, 26.8.2016)

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Antibiotika: Oft sinn­los verordnet

Dezember 26th, 2014

In Deutsch­land werden nach wie vor zu oft Antibiotika verschrieben, vor allem in der Erkältungs­zeit. Das zeigt eine Analyse von Arznei­mittel- und Diagnose­daten der Kranken­versicherung DAK. Laut der Krankenkasse war 2013 rund jede dritte Verordnung bei den Versicherten „fragwürdig“.

Bei Erkältung meist nutzlos

Gerade in den kalten Monaten, bei Erkältung, Husten und Bronchitis werden häufig unnötige Antibiotika verschrieben – denn dabei handelt es sich um Infektionen, die in den meisten Fällen durch Viren verursacht werden und nicht durch Bakterien. Antibiotika sind dann nutzlos. Das wüssten viele Patienten aber gar nicht, so die Ergeb­nisse der DAK. Für ihren Report analysierte die Krankenkasse anonymisierte Arznei­mittel- und Diagnose­daten und befragte 3 100 Deutsche zu ihren Erfahrungen mit Antibiotika. Demnach erwarten drei Viertel der Befragten sogar eine Antibiotika-Verschreibung von ihrem Arzt, wenn sich Erkältungs­beschwerden nicht von selbst bessern.

Bakterien werden zunehmend resistent

Dabei können die aggressiven Medikamente mit ihren oft zahlreichen Neben­wirkungen den Körper noch zusätzlich belasten, ohne dabei die Krank­heits­ursache zu bekämpfen. Die Folgen häufiger Antibiotika­einnahme sind für die gesamte Bevölkerung schwerwiegend: Bakterien werden zunehmend resistent. Bisher gut heil­bare Erkrankungen könnten künftig wieder riskant werden, wenn die gängigen Antibiotika nicht mehr anschlagen. In Krankenhäusern sind antibiotikaresistente Keime schon heute ein großes Problem.

Ärzte gehen an die Reserven

Eine weitere beunruhigende Entwick­lung ist dem Report zufolge, dass ältere Versicherte oft sogenannte Reserveantibiotika bekommen. Diese sollen eigentlich nur im Notfall einge­setzt werden. Fazit der DAK: Ärzte müssen beim Verschreiben kritischer sein und ihre Patienten besser aufklären.

 

Erstmals erschienen auf:

https://www.test.de/Antibiotika-Oft-sinnlos-verordnet-4789876-0

Vagusnerv-Stimulation – Neuer Ansatz bei der Herzinsuffizienz-Therapie

April 19th, 2014

Mediziner am am Universitätsklinikum Leipzig implantierten erstmals eine Vagusnervstimulator zur Behandlung von Herzschwäche

Mit der Implantation eines Vagusnervstimulators wird am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) erstmals bei Patienten mit Herzinsuffizienz ein völlig neuer Ansatz zur Therapie untersucht. Dieser basiert auf der Annahme, dass der Vagusnerv – ein Nerv, der das Gehirn mit dem Herzen verbindet und an der Steuerung fast aller inneren Organe beteiligt ist – nicht ausreichend arbeitet. Continue reading »