Amaranth – das Powerkorn

November 1st, 2013

(Zentrum der Gesundheit) – Amaranth – ein wundervolles Getreide, das eigentlich gar keines ist, denn es wird der Gruppe sogenannter Pseudo-Getreidearten zugeordnet. Die kleinen Amaranth-Körnchen bergen eine schier unglaubliche Fülle an leicht verwertbaren Nähr- und Vitalstoffen. Das macht Amaranth nicht nur für ältere Menschen, Kinder und Sportler so wertvoll, denn dieses Powerkorn ist für alle Menschen ein Segen. Sehr zur Freude all jener, denen das Klebereiweiss im Getreide gesundheitliche Probleme bereitet, ist Amaranth absolut glutenfrei. Lassen auch Sie sich von seinem feinen, nussigen Geschmack sowie von seinen vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten überzeugen.

 

Amaranth zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt

Der Name „Amaranth“ entstammt dem griechischen amàranthos und bedeutet so viel wie nicht welkend oder unsterblich. Der Name ist bezeichnend für die Kraft, die dieser Pflanze innewohnt. Amaranth verfügt über eine geballte Ladung leicht verwertbarer Nähr- und Vitalstoffe, an die kein herkömmliches Getreide herankommt. Schon vor 3000 Jahren zählten die Samen und Blätter der Pflanze zu den Grundnahrungsmitteln der Inkas und Azteken und so verwundert es nicht, dass diese Völker für ihre unverwüstliche Gesundheit bekannt waren.

Amaranth zählt botanisch gesehen zu den Fuchsschwanzgewächsen und nicht zur Familie der Süssgräser, denen das herkömmliche Getreide angehört. Es handelt sich hier also nicht um ein Getreide im eigentlichen Sinn, sondern um ein sogenanntes Pseudogetreide. Die winzigen Amaranthkörner sind kleiner als Senfkörner, so ist es möglich, dass in einer einzigen Amaranthpflanze bis zu 50.000 Körner heranreifen können. Amaranth zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und wird heute vor allem in Süd- und Mittelamerika sowie in Europa angebaut.

Amaranth ist problemlos im eigenen Garten anzubauen. In Bezug auf die Bodenqualität ist die Pflanze recht anspruchslos, auf ein sonniges Plätzchen mag sie allerdings keinesfalls verzichten. Mit der Aussaat wird Mitte April begonnen, die Blütezeit ist von Juli bis August und die Sammelzeit für Blätter und Samen findet von September bis Oktober (vor dem ersten Frost) statt. Die dunkelroten Blütenstände werden abgeschnitten und getrocknet. Die winzigen Samen fallen dann von alleine heraus. Die Blätter sollten ziemlich rasch verarbeitet werden, da sie mit der Zeit einen bitteren Geschmack annehmen.

Die Nährstoffdichte im Amaranth

Der Kohlenhydratanteil im Amaranth ist mit etwa 56g deutlich geringer als der im Getreide. Das ist insbesondere für jene Menschen interessant, die auf eine kohlenhydratreduzierte Ernährung achten. Ein weiterer Vorteil des Amaranth ist der, dass die enthaltenen Kohlenhydrate ausgesprochen leicht verwertbar sind und dem Körper sehr schnell in Form von langanhaltender Energie zur Verfügung stehen. Zudem ist der Ballaststoffanteil im Amaranth auffallend hoch, was sich positiv auf das Sättigungsgefühl und die Darmgesundheit auswirkt.

Sein Fettanteil betragt insgesamt etwa 9g. 70 Prozent der enthaltenen Fette bestehen aus ungesättigten Fettsäuren. Dazu zählen auch die Alpha-Linolensäure (Omega 3-Fettsäure) und die Linolsäure (Omega 6-Fettsäure) – zwei essentielle Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann und infolgedessen über die Nahrung aufnehmen muss. Desweiteren enthält Amaranth Lecithin, welches bei der Fettverdauung eine ebenso wichtige Rolle spielt wie beim Aufbau des Gehirns und des Nervengewebes.

Amaranth enthält sämtliche essentiellen Aminosäuren und verfügt insgesamt über einen Proteingehalt von etwa 18 Prozent. Das ist ein Wert, den keines der herkömmlichen Getreide erreicht. Daher ist Amaranth nicht nur für Vegetarier und Veganer ein vorzüglicher Eiweisslieferant. Diese Auszeichnung hat es nicht nur seinem Proteinanteil zu verdanken, sondern vor allem auch seiner hohen biologischen Wertigkeit von 75. Dieser Wert gibt an, wie viel Gramm Körperprotein aus diesem Eiweiss aufgebaut werden kann. Der höchste biologische Wert eines Lebensmittels ist 100.

Amaranth besitzt im Gegensatz zu herkömmlichem Getreide sehr grosse Mengen an Lysin. Lysin ist eine essentielle Aminosäure, die für die Zusammensetzung vieler anderer Aminosäuren einen wesentlichen Baustein darstellt. So trägt sie beispielsweise zur Herstellung von L-Carnitin bei, das eine Schlüsselfunktion sowohl im Energiestoffwechsel als auch bei der Fettverbrennung hat. Auch zum Aufbau von Kollagen ist Lysin unerlässlich. Kollagen ist DAS Struktur- und Stabilitätsmolekül in unserem Organismus und macht etwa die Hälfte aller Körperproteine aus.

Noch eine ganz besondere Eigenschaft zeichnet das Lysin aus. Laut einer wissenschaftlichen Studien (Dr. Matthias Rath, 1992) ist Lysin sogar in der Lage, den Metastisierungsprozess bei Krebserkrankungen zu stoppen, indem es bestimmte kollagenverdauende Enzyme an sich bindet und so die Ausbreitung der Krebszellen verhindert.

Das Vitalstoffpaket Amaranth

Amaranth lässt in Bezug auf seinen Vitalstoffanteil alle Getreidearten erblassen. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang sein ausgesprochen hoher Magnesiumgehalt von etwa 330mg sowie sein hoher Calciumgehalt von 215mg. Auch sein Eisenreichtum (9mg) und seine Zinkwerte (4mg) sollten keinesfalls unerwähnt bleiben. Sein hoher Eisengehalt ist besonders in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Erkrankungen, denen ein Eisenmangel zugrunde liegt, von grosser Bedeutung.

Amaranth im Küchen-Alltag

Mit den Amaranth-Körnern lassen sich viele köstliche Gerichte zaubern. Als Beilage zu Gemüsegerichten, in Suppen, als Pfannengericht mit Gemüse, im Gemüseauflauf, als Bratling oder sättigende Salatgrundlage – der leicht nussige Amaranth-Geschmack passt zu unzähligen Gerichten. Um Schadstoffbelastungen zu vermeiden sollten Sie ausschliesslich Amaranth aus kontrolliert biologischem Anbau verwenden.

Generell gilt für die Zubereitung folgende Empfehlung:

Geben Sie die Körner zunächst in ein Haarsieb und spülen sie gründlich unter fliessend heissem Wasser ab, bevor Sie sie mit der 2-fachen Menge Wasser in einen Topf geben und kurz aufkochen lassen. Dann bei kleiner Hitze ca. 25 Minuten ganz leicht köcheln lassen. Nach Abschalten der Herdplatte sollte das Amaranth noch etwa 5 bis 10 Minuten ausquellen.

Desweiteren kann gemahlener Amaranth einen Teil des Mehls beim Backen von Brot oder Brötchen ersetzen (1 Teil Amaranth auf 2 Teile Mehl)*. Auch für die Zubereitung leckerer Pfannkuchen ist Amaranth bestens geeignet. In gepuffter Form findet Amaranth in Müslis, auf Obstsalaten und in Süssspeisen Verwendung. Im Handel sind die Pops in Müslimischungen, Energieriegeln und Keksen zu finden.

*Amaranth ist zum Backen nur in Verbindung mit glutenhaltigen Mehlen geeignet, da der Teig sonst nicht aufgeht.

Amaranth-Pops selbst gemacht

Für die Herstellung von Amaranth-Pops benötigen Sie eine Pfanne mit Glasdeckel. Als erstes wird die Pfanne ohne Zugabe von Fett stark erhitzt. Dann geben Sie so viele Amaranth-Körnchen hinein, dass sie nur knapp den Boden bedecken. Die Pfannenhitze reicht aus, um die winzigen Körnchen zu rösten, daher sofort die Pfanne von der Herdplatte nehmen (sie verbrennen sehr schnell), kurz schwenken und schon beginnen die Körnchen unter dem Deckel aufzupoppen. Fertig sind die köstlichen Amarant-Pops.

Wenn Sie die süsse Amarant-Pops-Variante bevorzugen, lassen Sie wenig Butter in einem Topf schmelzen, geben etwas Honig dazu, verrühren das Ganze und schwenken kurz die fertigen Pops darin. Anschliessend lassen Sie sie auf einem Küchenpapier trocknen.

Verwendung der Amaranth-Blätter

Auch die Blätter der Amaranthpflanze werden in der Küche verwendet. Sie lassen sich genau so zubereiten wie Spinat. Im Gegensatz zum Spinat sind die Amaranth-Blätter jedoch Oxalat- und Nitratarm. Geschmacklich ähneln sie einer Mischung aus Rucola und Mangold. Verwenden Sie möglich die feinen Blätter, denn die grösseren Blätter sind älter und haben bereits eine leicht bittere Note. Sie können den bitteren Geschmack jedoch deutlich reduzieren, wenn Sie während des Kochens das Wasser wechseln. Nach 10 bis 15 Minuten können Sie die Blätter abgiessen und wie Spinat zubereiten.

Die Einsatz von Amaranth in der indianischen Medizin

Der Amaranth Pflanze werden blutbildende, blutstillende, blutreinigendeund entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt. Die Indianer behandelten vorwiegend anämische (blutarme) Frauen mit einem Amaranth-Pflanzensud und konnten verblüffende Erfolge mit dieser Therapie erzielen. Wahrscheinlich liegt dieser Erfolg in dem hohen Eisengehalt der Pflanze begründet. Auch bei starken Menstruationsblutungen, zur Wundheilung sowie bei Blutungen im Magen-Darmbereich waren sie mit ihrer Behandlung sehr erfolgreich. Ebenso konnte die Anwendung bei Karies und Parodontose eine dauerhafte Heilung herbeiführen. Sogar eine Zahnfleischneubildung konnte beobachtet werden. Zu diesem Zweck wurde ein mehrmaliges, tägliches Gurgeln und Mundspülen mit einem konzentrierten Sud verordnet.

Hinweis

Amaranth enthält bestimmte Gerbstoffe, die die Aufnahme einiger Nähr- und Vitalstoffe beeinträchtigen können. Aus diesem Grund wird Amaranth (ebenso wie Quinoa, Hirse etc.) des Öfteren als gesundheitsschädlich bezeichnet. Hierzu möchten wir anmerken, dass Gerbstoffe sehr gut wasserlöslich sind und sich somit durch den Kochvorgang lösen. Wäre der Gerbstoffgehalt im Amarant zu hoch, wäre dieser garantiert ungeniessbar. Selbst wenn tatsächlich ein paar Nähr oder Vitalstoffe durch die Gerbstoffe gebunden würden, so profitiert ihr Körper aufgrund der ausgesprochen hohen Nähr- und Vitalstoffdichte dennoch vom Verzehr der Amaranth-Körner.

Die bemängelten Gerbstoffe können auch durchaus gesundheitliche Vorteile haben. Die Tannine beispielsweise sind Gerbstoffe, die eine antioxidative, antibakterielle und antivirale Wirkung haben. Ein Bestandteil der Gerbstoffe sind die sogenannten Cartchine, die als solche unter anderem auch im grünen Tee enthalten sind. Es wurden zahlreiche Studien veröffentlicht, in denen die vielen positiven Auswirkungen des grünen Tees – bis hin zur Krebsprophylaxe – hinlänglich belegt werrden.

Und abschliessend: Wenn der Verzehr von Amaranth sich auch nur annähernd so negativ auf die Nährstoffverwertung auswirken würde wäre es wohl kaum denkbar, dass dieses wundervolle Lebensmittel seit Jahrtausenden den Menschen als Grundnahrungsmittel dienen konnte :-).

Quelle

„Die Apotheke des Manitous“ – Heinz J. Stammel

 

Adresse der Quelle:

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/amaranth.html