Fußball: Schädigen Kopf­bälle auf Dauer das Gehirn?

Januar 22nd, 2015

Im Extremfall prallt ein Fußball mit 100 Stundenkilo­meter auf den Kopf eines Spielers, wenn er ihn als Kopf­ball annimmt. Eltern von US-Fußball­junioren sorgen sich, dass Kopf­bälle im Fußball dem Gehirn lang­fristig schaden können. Sie fordern strengere Regeln und haben kürzlich gegen den Welt­fußball­verband Fifa und mehrere US-Fußball­verbände Klage einge­reicht. test.de sprach mit Experten, um zu klären, wie groß die Gefahr durch Kopf­bälle wirk­lich ist.

Eltern von US-Juniorfuß­ballern in Sorge

In Deutsch­land ist Fußball traditionell die beliebteste Sport­art bei Kindern und Jugend­lichen. Für 2014 registrierte der Deutsche Fußball­bund fast 1,9 Millionen Junior­mitglieder bis 18 Jahre. Mitt­lerweile wächst auch beim US-Nach­wuchs die Fußball­begeisterung – doch Mütter und Väter sind nicht immer begeistert vom Soccer. Sie fürchten unter anderem Gehirn­erschütterungen und chro­nische Hirn­schäden durch Kopf­bälle. Deshalb haben Eltern von Juniorfuß­ballern in den USA Ende August 2014 US-Fußball­verbände sowie die Welt­fußball­organisation Fifa vor einem Gericht in Kalifornien verklagt: Die Fußball­regeln reichen ihrer Einschät­zung nach nicht aus, um beispiels­weise vor Kopf­ball-Folgen zu schützen und sollten daher verschärft werden. In vielen Sport­arten, die in den USA populär sind, wie Base­ball, Eis­hockey und American Football, ist das Tragen eines Kopf­schutzes üblich. Die Fifa wollte sich auf Anfrage von test.de nicht zu dem aktuellen Gerichts­verfahren äußern. Laut medizi­nischen Fachleuten der Fifa werden die Auswirkungen des Kopf­ball­spiels aber erforscht.

Studien deuten Risiken an

In den vergangenen Jahren erschienen verschiedene Studien, die einen Zusammen­hang zwischen intensivem Kopf­ball­spiel, Hirn­ver­änderungen und kognitiven Defiziten andeuten: So analysierten etwa Wissenschaftler der New Yorker Yeshiva Universität per diffusions­gewichteter Magnetresonanztomografie unnormale weiße Stellen im Gehirn von Fußballern, die laut eigener Angaben jeweils mehr als 885 Bälle im Jahr köpfen (Soccer Heading Is Associated with White Matter Microstructural and Cognitive Abnormalities). Diese Spieler schnitten bei kognitiven Tests schlechter ab als Spieler, die seltener köpften. Auch ein Forscher­team aus den USA und Deutsch­land hatte in den Gehirnen von Profifuß­ballern im Vergleich zu Leistungs­schwimmern groß­flächigere Veränderungen in der weißen Substanz entdeckt, die für die Nerven­kommunikation bedeut­sam ist (White Matter Integrity in the Brains of Professional Soccer Players Without a Symptomatic Concussion). Die Autoren schließen einen Zusammen­hang zum Kopf­ball­spiel nicht aus. Allerdings räumen sie selbst metho­dische Grenzen ihrer Studien ein – nur wenige Dutzend Probanden, kein Lang­zeitfokus.

Gehirn­erschütterungen nach Zusammenprall

Der Kinder­chirurg Professor Peter P. Schmittenbecher vom Klinikum Karls­ruhe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, hält das Risiko durch Kopf­bälle bei Kindern und Jugend­lichen für trag­bar. Es lägen keine evidenz-basierten Studien vor, die Anlass zur Sorge gäben. Auch zu akuten Verletzungen führten Kopf­bälle nur sehr selten. „Von etwa 14 000 Notfällen, die wir im Klinikum Karls­ruhe jähr­lich versorgen, sind Unfälle durch Kopf­bälle die absolute Ausnahme“, sagt Professor Schmittenbecher. Viel häufiger verursachten Kopf-an-Kopf-Zusammen­stöße beim Fußball Gehirn­erschütterungen und Prel­lungen. Das bestätigt auch die jüngste Verletzungs­studie des europäischen Fußball-Dach­verbands Uefa für Top-Profi-Clubs. Danach gehen nur etwa 0,5 Prozent der Verletzungen auf das Konto von Kopf­bällen. Deutlich mehr Kopf­verletzungen entstehen danach durch den Zusammenprall mit Torpfosten oder Mitspielern. Als besonders gefähr­lich gelten sogenannte Quer­schläger – Bälle, die während des Spiels den Kopf unvor­hergesehen mit Wucht treffen. Sie können lebens­bedrohliche Hirn­blutungen auslösen.

Biomechaniker setzen auf Technik und Training

Biomechaniker der Deutschen Sport­hoch­schule in Köln beschäftigten sich mit den Risiken des Kopf­ball­spiels aus bewegungs­wissenschaftlicher und traumatologischer Sicht. „Hart geschossene Fußbälle mit Spitzen­geschwindig­keiten bis zu 100 Stundenkilo­metern werden nur selten in Anflug­richtung zurück beschleunigt“, erklärt Erich Kollath von der Sport­hoch­schule Köln. Daher wirke meist nur ein Teil der Kraft auf den Kopf. Zudem entständen die meisten Kopf­ball­situationen nach Flanken, bei denen der Ball bei weitem nicht Maximal­geschwindig­keit habe. Kollath ist über­zeugt, dass ein adäquates Techniktraining Risiken verringern kann: „Vor der Kontakt­phase beim Kopf­ball sollte der Spieler eine Ausholbewegung in entgegen­gesetzter Richtung ausführen.“ Zudem sollten die Augen möglichst lange offen bleiben, um die Flugbahn des Balls besser abschätzen zu können und ihn dann präzise mit der Stirn zu treffen. Kräftige Nacken- und Rück­muskeln trügen dazu bei, die einwirkende Kraft besser zu verteilen. Wichtig: „Bei einem Kinder- und Jugend­training sollten maximal drei Serien von jeweils zehn Kopf­bällen mit alters­gemäßen Bällen durch­geführt werden“, rät Kollath. Dazwischen seien Pausen von sieben bis zehn Minuten wichtig. Als Spiel­element gewinne der Kopf­ball über­dies erst ab der C-Jugend vermehrt an Bedeutung, also ab 13 Jahren. Dann erst werde aus tech­nisch-taktischer Sicht das Spiel über Außen mit Flanken vor das Tor bedeut­samer.

Den richtigen Ball wählen

Die Wucht von Kopf­bällen lässt sich auch durch passende Bälle verringern. Je nach Alter sollten Fußball­trainer beim Kopf­ball­training Bälle aus leichtem Material einzusetzen, empfiehlt Kollath. Dazu eigneten sich im Vorschul­alter Schaum­stoff- und Softbälle. Bei Kindern bis zehn Jahren sollten zwischen­durch spezielle Light-Bälle zum Einsatz kommen. „Dadurch verlieren die Kinder die Angst vor dem Kopf­ball­spiel und können sich auf die Aneignung der richtigen Technik konzentrieren“. Biomecha­nische Messungen hätten ergeben, dass sich neben der Anflug­geschwindig­keit auch der Luft­druck eines Balls auf den Aufprall auswirke. Er darf laut Richt­linien von 0,6 bis 1,1 bar variieren, sollte beim Kopf­ball­training aber keinesfalls ausgeschöpft sein. Der Deutsche Fußball­bund empfiehlt für Kinder- und Jugend­training zudem kleinere und leichtere Bälle. Ein Wett­kampf­ball sollte bis einschließ­lich E-Jugend maximal 290 Gramm wiegen, ein herkömm­licher Fußball bringt bis zu 450 Gramm auf die Waage. Egal, ob beim Amateur- oder Profifuß­ball – längst rollen Bälle mit einer wasser­abweisenden Schutz­schicht über den Rasen. Die saugen sich – anders als früher die offenporigen Lederbälle – nicht mit Wasser voll und werden bei Nässe nicht schwerer.

Kopf­schutz über­zeugt nicht

Besonders in den USA diskutieren Fachleute seit Jahren, ob ein spezieller Kopf­schutz vor Gehirn­erschütterungen schützen kann. In den Vereinen dort tragen vor allem Frauen und jüngere Spieler einen stirnband­ähnlichen Schutz. Die Fifa hat das genehmigt. Wissenschaftler der Universität Northern Kentucky beschrieben 2009 in einer Über­blicks­studie, dass noch Forschungs­bedarf beim Thema Kopf­schutz bestehe (Protective Headgear for Soccer Players: An Overview). Offen­bar können handels­übliche Modelle Schädel und Hirn bei Zusammen­stößen schützen, der Nutzen bei Kopf­bällen ist noch nicht belegt. Doch Ingenieure tüfteln an neuen Materialien: 2014 präsentierten indonesische und malaysische Forscher einen Test, wonach ein Kopf­schutz aus dem Schaum vom Knieschützern die Wucht von Kopf­bällen dämpfen kann (Impact-absorbing Materials in Reducing Brain Vibration Caused by Ball-to-head Impact in Soccer).

Kopf­bälle machen Spiel spannend

„Beim Fußball besteht eben ein gewisses Verletzungs­risiko“, sagt der Kinder­chirurg Schmittenbecher. Er hält es trotzdem für sinn­voll, wenn Kinder Fußball spielen. Durch Inaktivität entständen neue Risiken wie Überge­wicht, Gelenk­probleme und Diabetes. Diese Einschät­zung dürfte Fußball­taktiker freuen: „Mit Kopf­bällen können vor dem gegnerischen Tor gefähr­liche Situationen entstehen“, schreibt der Deutsche Fußball­bund in seinen Trainings­empfehlungen für C-Jugend-Spieler. Die Welt­meisterschaft in Brasilien habe gezeigt, dass Flanken und Stan­dard­situationen durch kopf­ball­starke Spieler an Durchschlags­kraft gewinnen.

Fazit: Eltern sollten Training beob­achten

Es liegen keine über­zeugende Studien vor, die gesundheitliche Schäden durch moderates Kopf­ball­spielen im Kinder-, Jugend- und Amateurfuß­ball nach­weisen. Allerdings raten Experten, Kopf­bälle im Kinder- und Jugend­fußball oft auch mit leichteren Bällen und grund­sätzlich nicht im Über­maß zu trainieren. Eltern von Vereins-Fußball­junioren können sich bei den Trainern erkundigen, wie oft und mit welchem Ball­material sie Kopf­bälle einüben. Das größte Risiko für Gehirn­erschütterungen und andere schwerwiegende Kopf­verletzungen entsteht beim Fußball offen­bar, wenn Spieler mit den Köpfen oder Pfosten zusammen­stoßen. Aber egal, was die Ursache ist: Sobald der Verdacht einer Gehirn­erschütterung besteht, sollten betroffene Spieler sofort mit dem Spiel aufhören und einen Arzt aufsuchen. Möglicher­weise wird der eine längere Fußball­pause verordnen, weil Gehirn­erschütterungen ausheilen müssen.

 

Link zur Homepage:

www.test.de/

Nacht­blindheit: Wenn Dunkelheit zum Problem wird

Januar 3rd, 2015

Wer einen schlecht beleuchteten Raum betritt, sieht zunächst wenig – das Auge gewöhnt sich aber an die Dunkelheit. Wer nacht­blind ist, wartet darauf vergebens. Das Sehvermögen bleibt bei Dämmerung oder Nacht vermindert. Häufige Ursache: Bestimmte Zellen der Netzhaut funk­tionieren nicht richtig. Die Stäbchen, also die Sinnes­zellen für hell und dunkel, arbeiten dann nur noch einge­schränkt oder gar nicht. Nacht­blindheit kann vererbbar sein, so wie bei der Augen­krankheit Retino­pathia pigmentosa – oder Folge eines Diabetes. In Entwick­lungs­ländern ist oft ein Mangel an Vitamin A die Ursache, bei uns eher selten. Wer an grauem Star leidet, sieht durch die Trübung der Linse im Dunkeln zwar verschwommen und fühlt sich von Licht geblendet – nacht­blind ist er nicht.

Tipp: Wer nachts schlecht sieht, sollte beim Augen­arzt die Ursache klären lassen. Und er sollte darauf verzichten, sich bei Dunkelheit ans Steuer zu setzen.

externer Link zum Artikel:

FAQ Rauchmelder: Wann und wo die Lebens­retter ab 2015 Pflicht sind

Januar 2nd, 2015

Weil Rauchmelder vor dem Tod durch Feuer und durch das Einatmen von Rauch schützen können, werden sie in immer mehr Bundes­ländern zur Pflicht. Inzwischen müssen Eigentümer von Häusern und Wohnungen vieler­orts sogar Altbauten mit den Warngeräten nach­rüsten. In Baden-Württem­berg und Hessen muss das bis zum 31. Dezember 2014 geschehen. Finanztest erklärt, welche Regeln in den einzelnen Bundes­ländern gelten und was sie für Eigentümer und Mieter bedeuten.

In Baden-Württem­berg, Hamburg, Hessen, Meck­lenburg-Vorpommern, in Rhein­land-Pfalz und Schleswig-Holstein müssen die Rauchmelder in allen Neu- und Altbauten installiert sein. In Bayern, Bremen, Nieder­sachsen, Nord­rhein-West­falen, Saar­land, Sachsen-Anhalt und Thüringen gilt die Einbaupflicht zunächst nur für Wohnungen, die neu gebaut werden. In den kommenden Jahren sind dort die Altbauten aber auch mit Rauchmeldern nach­zurüsten. In Berlin, Brandenburg und Sachsen gibt es dagegen derzeit weder für Neu- noch für Altbauten eine Melder­pflicht.

Einbau meist Vermietersache

In der Regel der Eigentümer. Der Mieter muss den Vermieter zur Installation der Geräte in die Wohnung lassen. In Meck­lenburg-Vorpommern ist der Bewohner zur Installation der Geräte verpflichtet. In den Ländern Hamburg, Rhein­land-Pfalz und Sachsen-Anhalt ist nicht klar geregelt, ob Vermieter oder Mieter die Rauchmelder einbauen müssen. „Hier sind die Eigentümer zuständig“, sagt Leif Peterson, Hamburger Fach­anwalt für Miet- und Wohnungs­eigentums­recht. Dies ergebe sich bereits aus der Verkehrs­sicherungs­pflicht des Eigentümers für das Gebäude. In Eigentums­anlagen entscheidet die Gemeinschaft per Mehr­heits­beschluss über den Einbau. Das bedeutet: Wer dagegen gestimmt hat, muss den Einbau dennoch bei sich dulden und auch mitbezahlen.

Rauchmelder müssen in Schlafräumen, Kinder­zimmern und Fluren, die als Rettungsweg dienen können, installiert werden. Grund­lage dafür ist die Bauordnung des jeweiligen Bundes­landes. Rauchmelder sollten an der Zimmerdecke angebracht werden – am besten in der Mitte. Bei einem Brand sterben Menschen in den meisten Fällen, weil sie das Feuer nicht bemerken und im Schlaf ersti­cken.

Bislang keine flächen­deckenden Kontrollen

Unmittel­bar passiert nichts. Es ist kein Bußgeld für Sünder vorgesehen. Nach den Landes­bau­ordnungen ist aber dann ein Bußgeld möglich, wenn ein Eigentümer einen Rauchmelder ohne das EU-Sicher­heits­zeichen „CE“ installiert. In der Praxis dürften solche Bußgelder aber selten sein, da keine flächen­deckenden Kontrollen statt­finden. Beim Kauf von Rauchwarngeräten sollten sich Vermieter und Mieter an gut getesteten Geräten orientieren.

Nein. Betriebs­kosten sind nur solche Ausgaben, die regel­mäßig, etwa monatlich oder jähr­lich, beim Betrieb einer vermieteten Immobilie entstehen. Wer Rauchmelder kauft und einbaut, hat diese Kosten aber nur einmalig. Statt Rauchmelder zu kaufen, können Vermieter diese aber auch von externen Firmen mieten. Ob die dann regel­mäßig fälligen Miet­kosten als Betriebs­kosten gelten, die der Mieter zahlen muss, ist umstritten. Der Deutsche Mieterbund sagt Nein. Es gibt aber ein Urteil des Land­gerichts Magdeburg, wonach die Miet­kosten umleg­bar sind (Az. 1 S 171/11). Ob sich diese Recht­sprechung durch­setzen wird, ist fraglich. Über die Miet­kosten eines Öltanks etwa hat der Bundes­gerichts­hof 2008 entschieden, dass diese der Vermieter nicht als Betriebs­kosten umlegen kann (Az. VIII ZR 92/08).

Einbau eines Rauchmelders gilt als Modernisierungs-Maßnahme

Ja. Der Einbau von Rauchmeldern ist eine Modernisierung der Wohnung. Dies recht­fertigt eine Miet­erhöhung. Der Vermieter darf die Jahres­miete laut Gesetz dauer­haft um 11 Prozent der Ausgaben erhöhen. Hohe Summen fallen so aber nicht an.

Beispiel Miet­erhöhung: Der Vermieter gibt 200 Euro aus, um Rauchmelder zu kaufen und in einer vermieteten Wohnung installieren zu lassen. Er darf die Jahres­miete daher um 22 Euro erhöhen. Die monatliche Miete steigt also um 1,83 Euro.

Wartung von Rauchmeldern

In Baden-Württem­berg, Bayern, Bremen, Hessen, Nieder­sachsen, Nord­rhein-West­falen und Schleswig-Holstein ist die Frage klar geregelt: Der Bewohner ist zuständig, es sei denn, der Eigentümer über­nimmt die Aufgabe freiwil­lig. Da in Meck­lenburg-Vorpommern der Bewohner zum Einbau der Rauchmelder verpflichtet ist, muss er die Geräte auch warten lassen. In den übrigen Ländern ist, wie beim Einbau auch, in der Landes­bau­ordnung niemand konkret zur Wartung verpflichtet. Auch hier ist nach Ansicht von Rechts­anwalt Peterson der Vermieter zuständig.

Die Wartung ist in der Din 14676 geregelt. Danach wird etwa über­prüft, ob die Öffnungen des Rauchmelders frei von Staub und Flusen sind, und ein Probealarm ausgelöst. Notfalls werden Batterien ausgewechselt. Wenn Mieter zum Beispiel durch eine Klausel im Miet­vertrag für die Wartung zuständig sind, sollten sie diese nicht selbst durch­führen, sondern einen Techniker beauftragen. Denn wer die Geräte selbst wartet und Fehler macht, haftet im Falle eines Brands möglicher­weise für Schäden.

Ja, das darf er, wenn die Kosten im Miet­vertrag erwähnt sind. Steht dort unter dem Stich­wort „Sons­tige Betriebs­kosten“ auch die Position „Wartung Rauchmelder“, muss der Mieter zahlen. Umstritten dagegen ist, was gilt, wenn die Wartungs­kosten nicht explizit im Miet­vertrag aufgeführt sind. Laut dem Land­gericht Magdeburg darf der Vermieter die Wartung dennoch auf die Mieter verteilen (Az. 1 S 171/11). Das Amts­gericht Biele­feld aber stellt sich auf die Seite des Mieters (Az. 17 C 288/11): Wartungs­kosten, die nicht im Vertrag stehen, muss er nicht bezahlen.

Eigentümer sollten kein Risiko eingehen

Das ist unklar. Es gibt noch keine Urteile. Die Versicherungs­gesell­schaft Allianz schreibt: „Ein Rauchmelder soll nicht vor Sach­schäden schützen, sondern Menschen­leben retten. Daher wird die Allianz deutsch­land­weit auch bei Verstoß gegen die Rauchmelder­pflicht den Versicherungs­schutz in vollem Umfang bieten.“ Anders das Amts­gericht Hamburg-Blankenese 2013: Eigentümer, die trotz Pflicht keine Melder einbauen, gefährden den Schutz aus einer Gebäude­versicherung (Az. 531 C 125/13). Nach Ansicht des Hamburger Rechts­anwalts Leif Peterson sollten Eigentümer gar kein Risiko eingehen. „Es ist nicht auszuschließen, dass Versicherer bei Schadenfällen in Zukunft die Leistung kürzen, wenn Rauchmelder trotz Pflicht in der Wohnung fehlen.“ Um Menschen­leben zu schützen und den eigenen Versicherungs­schutz nicht zu gefährden, sollten Eigentümer und Bewohner die Pflicht deshalb auf jeden Fall ernst nehmen.

 

Website:

www.test.de/

Der Schockraum – am Puls der Notaufnahme

Januar 2nd, 2015

Er ist das Herz jeder Notaufnahme. Diese vier Wände stellen die Schnittstelle zwischen Krankenwagen, Rettungshubschrauber und Krankenhaus dar: der Schockraum, ausgestattet mit modernsten Apparaten, kleinen Laboren, Beatmungsmaschinen, mächtigen Röntgen- und Infusionsgeräten. An diesem Ort versuchen Ärzte nach Verkehrs- und Arbeitsunfällen, nach Stürzen aus großer Höhe oder Verbrennungen das Überleben von Patienten zu retten. Selbst kleine Operationen sind in manchen Räumen möglich. Notfallversorgung, bei der jede Sekunde zählt.

Etwa 30.000 Schwerverletzte werden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie pro Jahr in die Schockräume deutscher Krankenhäuser eingeliefert. Anders als aus einschlägigen Fernsehserien bekannt, braucht man dazu nicht möglichst viel Geschrei, Chaos und Hektik. Viel mehr sind im realen „Emergency Room“ klare Strukturen, eingeübte, festgelegte Abläufe und schnelle Entscheidungen gefragt. Pfleger und Ärzte verschiedenster Fachrichtungen müssen dort im Team reibungslos zusammenarbeiten. Und Deutschland kann sich damit schmücken, dass das meist gut funktioniert.

 

Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass in den vergangenen Jahren die Sterberate schwerverletzter Unfallopfer in deutschen Kliniken um über die Hälfte gesenkt werden konnte – von rund 25 Prozent auf unter 10 Prozent. Unfallchirurgen des Uniklinikums in Essen hatten für diese Ergebnisse Informationen von rund tausend Polytrauma-Patienten ausgewertet, die von 2002 bis 2011 in der Essener Klinik im Schockraum erstversorgt worden waren. Andere Zahlen machen dazu deutlich: Die Versorgung wird auch schneller. Durch eine bessere Raumaufteilung, modernere Ausstattung und kürzere Wege ist die Zeit vom Eintreffen des Patienten im Schockraum bis zu einem Notfall-CT beispielsweise von durchschnittlich 38 Minuten im Jahr 2002 auf heute nur noch 21 Minuten gesunken.

Struktur, Organisation und Ausstattung retten also Leben, aber was genau steckt hinter den steifen Begriffen? Mit Hilfe von Uwe Schweigkofler, Leitender Arzt des Notfall- und Rettungszentrums der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt (BGU), haben wir ein kleines Einmaleins erstellt.

 

Schockraum-Leader

Teilweise behandeln im Schockraum bis zu zehn Ärzte und Pfleger gleichzeitig einen Patienten. Die Arbeit im Schockraum ist Teamarbeit. Damit dabei aber der Überblick bewahrt wird, muss es einen geben, der den Ton angibt und alles koordiniert. Das muss nicht immer derselbe sein, er muss auch nicht zwangsläufig einer bestimmten Fachrichtung angehören. Er kann Anästhesist, Chirurg oder Internist sein. Das einzige Kriterium, das der Schockraum-Leader erfüllen sollte, lautet: genügend Erfahrung in der Behandlung von lebensgefährlich Erkrankten und Schwerverletzten haben.

 

Bunte Westen

In vielen Kliniken trägt der Teamleiter als optische Hervorhebung eine bunte Weste. In einigen Schockräumen gibt es auch farbig gekennzeichnete Westen oder Röntgenschürzen für Ärzte mit anderen Funktionen. Das dient dem Überblick, denn im kritischen Fall darf es keine hierarchischen Streitigkeiten geben.

 

ABCDE-Schema

Bei diesem Schema steht A für airway, Luftwege; B steht für breathing, Atmung; C steht für circulation, Kreislauf, D für disability, neurologische Ausfälle, und E für exposure, umgebende Faktoren. Dieser Algorithmus ist eine Art Leitfaden, nach dem Ärzte bei einem Schwerverletzten prioritätenorientiert vorgehen sollen. Da die Sicherung der Atemwege eine hohe Priorität hat, stehen A und B am Anfang. Da im Schockraum Teamarbeit gefragt ist, kann sich die Anästhesie aber um A und B kümmern, während der Chirurg sich gleichzeitig mit Punkt C, dem Kreislauf, beschäftigt. Wichtig ist die gemeinsame Sprache, dass alle wissen, um was es bei A, B oder C geht. Studien zeigen, dass ein Abweichen vom Leitfaden zu mehr Komplikationen führen und sogar bis zu zwei Prozent vermeidbare Todesfälle produzieren kann. Deswegen lautet die Devise unter Ärzten: „Treat first what kills first.“

 

Das Manchester Triage System

Dies ist ein Verfahren zur Einschätzung der Behandlungsdringlichkeit von Patienten, das mittlerweile in den meisten deutschen Kliniken genutzt wird. Triage bezeichnet dabei die Methodik, den Schweregrad der Erkrankung in kurzer Zeit zu erkennen. Patienten werden nach Eintreffen in der Notaufnahme je nach Beschwerden verschiedenen Kategorien zugeordnet. Rot bedeutet: Eine sofortige Behandlung ist nötig. Kategorie Orange heißt: Sehr dringende Behandlung, ein Arzt sollte innerhalb von zehn Minuten beim Patienten sein. Kategorie Gelb: Dringende Behandlung, der Patient kann aber bis zu 30 Minuten warten. Kategorie Grün: Normal, Behandlung ist innerhalb der nächsten 90 Minuten möglich. Als Letztes gibt es noch die Kategorie Blau: Nicht dringend. Meist ordnet das EDV-System die Patienten automatisch nach den Farben. Sind zwei Patienten der Kategorie Gelb da, entscheidet die Reihenfolge des Eintreffens.

 

Sampler-Schema

Ähnlich wie das ABCDE-Schema nutzen Ärzte das Sampler-Schema, um eine rasche Notfallanamnese zu erheben und um Informationen strukturiert weiterzugeben. Besonders wichtig ist dieses Schema, wenn der Patient notfallmäßig operiert und narkotisiert werden muss. S fragt die Symptome ab, A die Allergien, M die Medikation, P steht für past medical history, die medizinische Vorgeschichte, L für last oral intake, die letzte Nahrungsaufnahme, E für events prior to incident, dem Vorfall vorangegangene Ereignisse, und R für Risikofaktoren.Der nach Leipzig ausgeflogene Ebola-Patient aus Westafrika befindet sich in einem hochgradig kritischen Zustand. Das sagte Oberarzt Thomas Grünewald vom Klinikum St. Georg, wo der Mann seit Donnerstag behandelt wird.

 

Zuerst veröffentlicht auf:

http://www.faz.net/

Smarte Helfer am Heizkörper – Marktüberblick Smart Home: So sparen Sie intelligent bis zu 30 Prozent Heizkosten

Januar 1st, 2015

Auch wenn in Deutschland noch kein Schnee liegt: Der Winter kommt bestimmt – und dann ist Heizen angesagt. Zwar sind die Heizkosten zuletzt gesunken, Heizöl ist sogar so günstig wie seit Jahren nicht. Mittelfristig erwarten Experten jedoch, dass Öl und Gas wieder deutlich im Preis steigen.

Wer dauerhaft seine Heizkosten senken will, hat deshalb nur eine Wahl: Mit dem richtigen Heizverhalten den Verbrauch dramatisch senken. „Smarte“ Thermostate oder Heizungssysteme versprechen bis zu 30 Prozent Heizkosten-Einsparung. Das gilt sowohl für Altbau- als auch für Neubauwohnungen – und auch für Mieter.

 

Jeden Heizkörper einzeln programmieren

Gerade ältere Heizungen lassen oft nur grobe Temperatureinstellungen zu: von leicht warm bis heiß. Auf das Verhalten der Bewohner im Haus oder in der Wohnung nehmen sie keine Rücksicht. Kleine technische Helfer schaffen da Abhilfe. Intelligente Thermostate können problemlos an jedem Heizköper einer Wohnung montiert werden. Über sie können die Bewohner ihr persönliches Heizprofil programmieren, das die Wärme jedes Raums auf Wunsch anpasst und die Heizung zeitgesteuert an- und ausschaltet. Dann wird zum Beispiel das Badezimmer morgens früh angenehm warm aufgeheizt. Nach der morgendlichen Toilette aller Bewohner fährt das Thermostat die Heizleistung automatisch wieder zurück. Er kurz bevor die Bewohner von der Schule oder der Arbeit zurückkehren, fährt das Thermostat die Heizung wieder an.

Einige dieser „smarten“ Thermostate lassen sich zusätzlich per Fernbedienung vom Smartphone aus steuern. Damit ist der Zugriff auf jedes einzelne Thermostat möglich. „Dieses System lässt sich sogar noch ausbauen“, erzählt Sigfried Pongratz, Leiter der Abteilung Smarte Technologien beim Verband der Elektrotechnik. Dafür müssen die kleinen Helfer allerdings miteinander vernetzt werden; zum Beispiel per WLAN. In einem echten Smart Home können die einzelnen Thermostate noch genauer aufeinander abgestimmt und das Heizsystem von unterwegs via Tablet, PC oder Smartphone konfiguriert werden.

Das Smartphone weiß, ob jemand zu Hause ist

Eine solche „smarte“ Steuerung ist auch direkt am zentralen Heizungssystem möglich. „Über Wärmesensoren in den einzelnen Räumen hat der Hausbesitzer dann die Temperaturen an jedem Ort in seinem Haus im Blick und kann diese regulieren“, sagt Pongratz.

Auch dieses System kann noch einmal erweitert werden; etwa um funkbasierte Tür- und Fensterkontakte. Dieses Feature bietet zum Beispiel das Smart Thermostat der Firma Tado. „Unser ‚smartes‘ Heizsystem reagiert auf das Öffnen von Fenstern und Türen und passt die Wärmezufuhr in dem entsprechenden Raum an“, erklärt Tado-Sprecherin Stefanie Sedlak. Das System lasse sich zudem mit den Smartphones der Hausbewohner verbinden und reagiert dann auf deren Bewegungen im Haus. „Wenn der letzte Bewohner mit seinem Smartphone das Haus verlässt, fährt das System die Wärmezufuhr des gesamten Hauses automatisch runter.“

Surftipp:

Lösungen für Mieter

Die Möglichkeiten zur intelligenten Haussteuerung sind vielfältig. Für Mieter ist es meist am sinnvollsten, Thermostate für einzelne Heizkörper zu nutzen, da sie in der Regel keinen Zugriff auf die zentrale Heizung haben. Unternehmen wie EQ-3 haben ihr Angebot darauf abgestellt. „Mit unserem Energiesparregler N richten wir uns an Kunden, die nur einzelne Heizkörper einstellen wollen“, sagt Sprecherin Helena Delmenhorst. Über das HomeMatic-System können alle smarten Thermostate miteinander vernetzt und über eine App gesteuert werden. Wer will, kann zusätzliche Zwischenstecker erwerben und damit nicht nur seine Heizung per App steuern, sondern auch das Licht und andere elektronische Geräte über das Smartphone bedienen.

Musterrechnung: So schnell lohnen sich smarte Thermostate

Die Anbieter versprechen, dass Wohnungs- und Eigenheimbesitzer mit der neuen Technik bis zu 30 Prozent Heizkosten einsparen können. Ein Rechenbeispiel zeigt, dass sich der Aufwand lohnt:

Laut dem bundesweiten Heizspiegel 2014 zahlten die Bewohner einer 70 Quadratmeter großen Wohnung im letzten Jahr durchschnittlich 1.000 Euro Heizkosten. Für „smartes“ Heizen sind fünf bis sechs intelligente Thermostate an den Heizkörpern nötig. Diese kosten in der Anschaffung rund 150 Euro kosten, reichen aber bereits aus, um die Heizkosten im Jahr um 300 Euro zu senken.

Normalerweise können die Bewohner die smarten Thermostate selber an den Heizkörpern anbringen. „Ein wenig technikaffin sollte der Kunde schon sein“, rät Delmenhorst. Will ein Hausbesitzer jedoch sein zentrales Heizungssystem mit einer smarten Steuerungseinheit versehen, sollte diese auf jeden Fall von einem fachkundigen Heizungstechniker installiert werden.

Originalbeitrag lesen:

http://www.focus.de/immobilien/energiesparen

Prominenter Drogenforscher verteidigt fragwürdige These – Alles, was Sie über Crystal Meth wissen, ist falsch

Januar 1st, 2015

Die Partydroge Crystal Meth ist seit Jahren auf dem Vormarsch. Das Methamphetamin schwappt vor allem aus Tschechiens Giftküchen nach Deutschland herüber. Doch während viele Medien von Crystal Meth als „Horrordroge“ sprechen und vor den „Teufelskristallen“ warnen, gibt es einen, der alles in Frage stellt – Drogenforscher Carl Hart.

Hart ist Psychopharmakologe und Professor an der Columbia Universität. Nach eigenen Drogenerfahrungen in seiner Jugend wählte er statt einer Drogen- die Akademiker-Laufbahn.

Zombiedroge, die jeden Nutzer entstellt?

Hart zufolge werden die Risiken von Drogen wie Crystal Meth maßlos übertrieben dargestellt und dienen primär dazu, Angst zu verbreiten und schockierende Schlagzeilen zu generieren. Diese gibt es auch in Deutschland. Oft ist von der gefährlichsten und schlimmsten Droge der Welt die Rede, einer „Zombiedroge“, die jeden Menschen nach kurzer Zeit entstellt und süchtig macht.

Video: So graben sich Drogen ins Gesicht ein

Meth unterdrückt Grundängste

Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und -gruppen konsumieren Meth. Die synthetische Droge wirkt euphorisierend, steigert das Selbstwertgefühl, nimmt Grundängste und unterdrückt Bedürfnisse wie Hunger und Müdigkeit. Durch die leistungssteigernde Wirkung wurde die Droge in den letzten Jahren zunehmend nicht mehr nur als Partydroge, sondern auch als Aufputschmittel am Arbeitsplatz verwendet.

Video: Schock-Kampagne gegen Crystal Meth

“80 Prozent der Crystal-User nicht süchtig”

Carl Hart behauptet: „Über 80 Prozent der Crystal-Nutzer werden überhaupt nicht süchtig. Die meisten bräuchten weder Therapie noch Strafe.“

Die vielen Debatten über die Schädlichkeit von Crystal Meth empfindet er als unnötig aufgebauscht von denjenigen, die davon profitieren: Polizei und Suchtkliniken. Für seine Studien lädt Carl Hart Süchtige ins Labor ein und verabreicht ihnen Drogen, um deren Wirkung auf das Suchtverhalten zu untersuchen.

Kritik an den Aussagen von Carl Hart

Sowohl Harts Aussagen, als auch seine Methoden bezeichnen viele Suchtforscher als gefährlich. „Angesichts der Problematik von Crystal Meth in Deutschland sind Harts Thesen eine gefährliche Relativierung und so nicht angemessen,” erklärt Ingo Schäfer vom Interdisziplinären Suchtforschungszentrum (ZIS) in Hamburg.

Bei regelmäßiger Einnahme führe die Droge beim Großteil der Nutzer zur Abhängigkeit. “Besonders das Risiko der psychischen Abhängigkeit ist hoch. Außerdem kann die Substanz auch zu schweren Symptomen wie Depressionen und Psychosen führen“, weiß Schäfer.

 

Original-Artikel:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber

Smrtgrips: Die intelligenten Griffe fürs Fahrrad

Dezember 31st, 2014

Smrtgrips

Smrtgrips sollen die herkömmlichen Griffe eines Fahrrads ersetzen und dem Radfahrer mit Navigationsanweisungen helfen sowie auf Radwege, Baustellen und Sehenswürdigkeiten hinweisen. Für sein Projekt will das Berliner Startup ab Januar 2015 Geld auf Indiegogo sammeln.

Das Berliner Startup Smrtgrips möchte mit seinen eigenen, intelligenten Fahrradgriffen Radlern das Fahren erleichtern: Ein Kernteil mit der eingebauten Elektronik wird in die Griff-Enden eingebaut, die herkömmlichen Griffe werden mit Smrtgrips-Griffen ersetzt.

Per Bluetooth verbindet sich das Kernteil von Smrtgrips mit einem Smartphone – die Kopplung soll sowohl mit Android-Geräten als auch mit iPhones möglich sein. Dann kann sich der Radfahrer beispielsweise über Vibrationen in den Griffen den Weg zeigen lassen: Je nachdem, wie er abbiegen muss, vibriert entweder der rechte oder der linke Griff.

Zudem soll sich das eigene Fahrrad über die Smrtgrips leichter finden lassen: Über die App soll dem Nutzer eine Art Radar angezeigt werden, zudem kann er ein akustisches Signal auslösen. Außerdem setzt Smrtgrips auf den Community-Gedanken.

Beliebte Radwege entdecken

So sollen sich Nutzer über die Smrtgrips-App mit Hilfe von Community-Informationen Fahrradwege, beliebte Routen und Wege zu Sehenswürdigkeiten anzeigen lassen können. Über Connected Biking sollen andere Smrtgrips-Nutzer auf einer Karte sichtbar sein, Radfahrer können sich auch untereinander vernetzen.

Über eine Verbindung mit einem anderen Smrtgrips-Nutzer soll die Funktion Separation Alert genutzt werden können: Fahren mehrere Radler in einer Gruppe, schlägt der Vibrationsalarm der Smrtgrips Alarm, wenn ein Teilnehmer der Gruppe zurückfällt. Dies dürfte besonders bei Familien mit Kindern praktisch sein.

Finanzierung über Indiegogo

Die Smrtgrips-Erfinder wollen ab dem 11. Januar 2015 Geld auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo für ihr Projekt sammeln. Über die Höhe der einzelnen Claims ist noch nichts bekannt, auch nicht, welche Art der Finanzierung die Macher wählen werden.  (tk)

Link zur Homepage:

www.golem.de/news/smrtgrips-die-intelligenten-griffe-fuers-fahrrad-1412-111319.html

Baukosten Holz-Fertigbau

Dezember 30th, 2014

von Lukas
(Österreich)

Ich versuche gerade, für meine Bank den Eigenanteil unseres Bauvorhabens zu berechnen. Dabei finde ich nirgends Angaben zu folgendem Bauabschnitt:

Bauart – Holzständer Fertigbau

Ich werde in Eigenleistung alle Innenwände mit Dämmung versehen und mittels OSB- und Gipskartonplatten verschließen. Es handelt sich dabei um ein 160m² großes, zweistöckiges Einfamilienhaus. Wie groß kann man für diese Arbeit den eingesparten Arbeitslohn, bzw. den Wert an Eigenleistung beziffern?

Für Ihre schnelle Antwort bin ich Ihnen sehr dankbar!

Antwort:

Hallo Lukas,

dass Sie auf meiner Webseite keine Angaben der Kosten für unterschiedliche Bauweisen findet, hat einen guten Grund. Bitte hier nachlesen:

Wie viel kostet ein Haus aus Holz?

Wenn es um die Finanzierung der Baukosten für ein Einfamilienhaus geht, sollten Sie immer daran denken, dass vor allem auch die Banken sehr genau wissen, wie viel ein bezugsfertiges Haus am Ende kosten wird. Für die Banken ist es dabei im Wesentlichen völlig unerheblich, in welcher Bauweise ein Haus errichtet werden soll.

Und ganz wichtig: Bei der Bewertung des Kreditvolumens werden allfällige Eigenleistungen üblicherweise nicht bewertet. Eine Bank geht in der Regel nämlich immer davon aus, dass sich der Kreditwerber in jedem Fall die Gesamtkosten für das geplante Haus leisten können muss – und zwar unabhängig davon, wer das Haus tatsächlich baut.

Ich empfehle Ihnen daher, den Finanzierungsbedarf für Ihr Haus so zu berechnen, als würden Sie selbst keine Eigenleistungen erbringen! Damit haben Sie schon rechtzeitig einen unbedingt erforderlichen Sicherheitspolster für Ihre Baufinanzierung geschaffen. Und wenn Sie dann – was aus vielen Gründen aber überhaupt nicht sicher ist – später durch Eigenleistungen tatsächlich etwas einsparen, umso besser.

Verschwenden Sie daher in der wichtigen Finazierungsphase am besten nicht die Zeit damit, herausfinden zu wollen, wie hoch die Arbeits- und Materialanteile der verschiedenen Bauleistungen tatsächlich sind. Um wirklich exakte Angaben darüber zu bekommen, wie viel alles im Detail kostet, gibt es nämlich ohnehin nur eine einzige Möglichkeit:

Sie müssen über eine professionelle Bauausschreibung für jedes einzelne Gewerk ein Leistungsverzeichnis mit allen nötigen Leistungspositionen (unterteilt in Arbeits- und Materialanteil) erstellen (lassen) und damit von mehreren Firmen vergleichbare Angebote einholen.

Erst dann können Sie zumindest halbwegs feststellen, wie viel im Fall der Fälle IHRE Eigenleistung wert wäre. Die im Angebot ausgewiesenen Kosten für die Arbeitsanteile sind dabei aber NICHT jene Kosten, die IHRE Eigenleistungen bewerten. Diese Arbeitsanteile sind vielmehr die kalkulierten Lohnanteile der ausführenden Profis, die mindestens doppelt so schnell arbeiten wie ein Laie, meistens unterm Strich noch viel schneller.

Und wenn Sie dann auch noch berücksichtigen, dass Firmen beim Materialeinkauf wesentlich günstigere Preise erzielen als Private, können Sie sich vielleicht schon heute “ausrechnen”, dass Sie mit Eigenleistungen am Ende doch nicht so viel einsparen, wie Sie vielleicht anfänglich vermuten …

Werfen Sie bei Bedarf bitte auch einen Blick auf meine Infoseite Die 3 größten Fehler beim Hausbau.

Mehr Erfolg beim Hausbau

Wilfried Ritter
Autor und Herausgeber
———-
BaukostenManager.com
HausbauManager.com

 

Website:

www.haus-selber-bauen.com/baukosten-holzfertigbau.html

Antibiotika: Oft sinn­los verordnet

Dezember 26th, 2014

In Deutsch­land werden nach wie vor zu oft Antibiotika verschrieben, vor allem in der Erkältungs­zeit. Das zeigt eine Analyse von Arznei­mittel- und Diagnose­daten der Kranken­versicherung DAK. Laut der Krankenkasse war 2013 rund jede dritte Verordnung bei den Versicherten „fragwürdig“.

Bei Erkältung meist nutzlos

Gerade in den kalten Monaten, bei Erkältung, Husten und Bronchitis werden häufig unnötige Antibiotika verschrieben – denn dabei handelt es sich um Infektionen, die in den meisten Fällen durch Viren verursacht werden und nicht durch Bakterien. Antibiotika sind dann nutzlos. Das wüssten viele Patienten aber gar nicht, so die Ergeb­nisse der DAK. Für ihren Report analysierte die Krankenkasse anonymisierte Arznei­mittel- und Diagnose­daten und befragte 3 100 Deutsche zu ihren Erfahrungen mit Antibiotika. Demnach erwarten drei Viertel der Befragten sogar eine Antibiotika-Verschreibung von ihrem Arzt, wenn sich Erkältungs­beschwerden nicht von selbst bessern.

Bakterien werden zunehmend resistent

Dabei können die aggressiven Medikamente mit ihren oft zahlreichen Neben­wirkungen den Körper noch zusätzlich belasten, ohne dabei die Krank­heits­ursache zu bekämpfen. Die Folgen häufiger Antibiotika­einnahme sind für die gesamte Bevölkerung schwerwiegend: Bakterien werden zunehmend resistent. Bisher gut heil­bare Erkrankungen könnten künftig wieder riskant werden, wenn die gängigen Antibiotika nicht mehr anschlagen. In Krankenhäusern sind antibiotikaresistente Keime schon heute ein großes Problem.

Ärzte gehen an die Reserven

Eine weitere beunruhigende Entwick­lung ist dem Report zufolge, dass ältere Versicherte oft sogenannte Reserveantibiotika bekommen. Diese sollen eigentlich nur im Notfall einge­setzt werden. Fazit der DAK: Ärzte müssen beim Verschreiben kritischer sein und ihre Patienten besser aufklären.

 

Erstmals erschienen auf:

https://www.test.de/Antibiotika-Oft-sinnlos-verordnet-4789876-0

Gewusst wie: Einen seriösen Schlüssel­dienst finden

Dezember 19th, 2014

Sie bringen kurz den Müll raus, vergessen den Schlüssel – und schon ist es passiert: Die Tür fällt zu, Sie haben sich ausgeschlossen. Ein Schlüssel­dienst muss her. Unseriöse Anbieter nutzen häufig die Notsituation der Kunden aus. test.de sagt, wie Sie sich davor schützen können.

Sie benötigen:

  • Nette Nach­barn mit PC oder Handy mit Internet­anschluss oder Telefon­buch
  • Telefon

Schritt 1

Nehmen Sie nicht den erst­besten Schlüssel­dienst, der zum Beispiel Werbung neben die Klingelschilder an Ihrem Haus geklebt hat. Andere Anbieter nennen sich „AAA Dienst“, um im Telefon­buch ganz vorn zu stehen, oder schalten besonders große Anzeigen. Fragen Sie einen Nach­barn, ob Sie bei ihm das Internet oder ein Telefon­buch nutzen können, um einen seriösen Schlüssel­dienst mit voll­ständiger Anschrift in der Nähe zu finden.

Schritt 2

Klären Sie schon am Telefon den Preis. Für das einfache Öffnen einer zugefallen Tür sind tags­über laut Verbraucherzentrale Berlin etwa 100 Euro üblich. Nachts und am Wochen­ende darf es mehr sein, aber nicht doppelt so viel wie am Tag. Weigert sich der Schlüssel­dienst, Ihnen den Preis zu nennen, wenden Sie sich an einen anderen Anbieter.

Schritt 3

Fragen Sie, wann der Schlüssel­dienst kommen kann und wie viel die Anfahrt kostet. Es kommt vor, dass Schlüssel­dienste Orts­nähe durch eine Rufnummer mit Orts­vorwahl nur vortäuschen. In Wirk­lich­keit leitet sie Ihren Anruf in eine andere Stadt weiter. Der Hand­werker kommt dann erst nach langer Warte­zeit und mit vielen Kilo­metern Anfahrt, die er sich natürlich von Ihnen bezahlen lässt.

Schritt 4

Lassen Sie sich eine detaillierte Rechnung geben. Die Verbraucherzentrale Berlin empfiehlt, die Rechnungs­positionen kritisch zu prüfen und nichts zu unter­schreiben. Fühlen Sie sich bedroht oder unter Druck gesetzt, scheuen Sie sich nicht, die Polizei zu rufen. Der Gesetz­geber verbietet stark über­höhte Rechnungen.

Schritt 5

Falls Sie einen über­höhten Betrag zahlen, können Sie das zu viel gezahlte Geld anschließend zurück­fordern. Die Verbraucherzentrale Berlin bietet dafür ein Musterschreiben mit Rechtsprechungsübersicht an.

Erschienen in: Finanztest 12/2014 Steuern sparen: Die besten Tipps zum Jahres­ende 4,90 € Heft ansehen

 

Die Homepage besuchen:

https://www.test.de/Gewusst-wie-Einen-serioesen-Schluesseldienst-finden-4776976-0/